Brennholz selber machen

Brennholz selber zu machen spart nicht automatisch Geld. Wer jedoch günstig an Polterholz oder ein Selbstwerberlos kommt, das passende Werkzeug besitzt und die körperliche Arbeit nicht scheut, kann seinen Holzvorrat vergleichsweise preiswert aufbauen. Ganz nebenbei entsteht ein gutes Gefühl: Jeder Scheit wurde eigenhändig gesägt, gespalten, gestapelt und getrocknet.

Einfach mit der Motorsäge in den Wald zu fahren, ist allerdings keine gute Idee. Das Holz gehört dem jeweiligen Waldbesitzer. Für die Aufarbeitung gelten örtliche Regeln, Sicherheitsanforderungen und häufig klare Fristen. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie legal und sicher eigenes Kaminholz herstellen, welche Kosten entstehen und woran Sie trockenes, ofenfertiges Brennholz erkennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Holz niemals ungefragt mitnehmen: Auch abgebrochene Äste und liegendes Totholz gehören dem Waldbesitzer.
  • Erlaubnis vor Arbeitsbeginn: Je nach Angebot benötigen Sie einen Leseschein, ein Selbstwerberlos oder einen Kaufvertrag für Polterholz.
  • Motorsägenkurs einplanen: Viele staatliche und kommunale Forstbetriebe verlangen einen anerkannten Qualifikationsnachweis.
  • Schutzkleidung vollständig tragen: Helm, Gehör- und Gesichtsschutz, Schnittschutzhose sowie Sicherheitsschuhe gehören zur Grundausstattung.
  • Holz früh spalten: Gespaltene Scheite trocknen erheblich schneller als ungespaltene Stammabschnitte.
  • Feuchtigkeit messen: Für einen sauberen Abbrand sollte der Wasseranteil des Holzes bei etwa 15 bis 20 Prozent liegen.
  • Zeit realistisch kalkulieren: Sägen, Transportieren, Spalten und Stapeln machen selbst gewonnenes Holz arbeitsintensiv.

Um Brennholz selber zu machen, kaufen Sie zunächst Polterholz oder ein Selbstwerberlos beim zuständigen Forstbetrieb. Anschließend sägen Sie das Holz auf passende Länge, transportieren es aus dem Wald, spalten die Abschnitte und stapeln die Scheite luftig sowie regengeschützt. Verfeuert werden darf nur ausreichend trockenes, naturbelassenes Holz.

Nein. Holz im Wald ist kein herrenloses Gut. Es gehört dem Bund, einem Bundesland, einer Kommune, einer Stiftung oder einem privaten Waldbesitzer. Das gilt auch für Äste, abgestorbene Bäume und bereits am Boden liegendes Holz.

Wer ohne Erlaubnis Holz mitnimmt, riskiert rechtliche Konsequenzen. Deshalb führt der erste Weg immer zum zuständigen Forstamt, Revierförster oder Waldbesitzer. Dort erfahren Sie, welche Form der Brennholznutzung vor Ort angeboten wird.

Leseschein, Selbstwerberlos und Polterholz

Die Begriffe werden regional unterschiedlich verwendet. Auch die erlaubten Arbeiten unterscheiden sich. Typisch sind folgende Varianten:

Form der Holzbeschaffung Was Sie erhalten Typische Arbeiten Besonderheiten
Leseschein oder Holzsammelschein Erlaubnis zum Sammeln kleiner Mengen Liegendes, freigegebenes Holz aufsammeln Menge, Gebiet und Zeitraum sind begrenzt
Selbstwerberlos Zugewiesene Fläche oder markiertes Holz Aufarbeiten, Sägen und Rücken Qualifikationsnachweis wird häufig verlangt
Polterholz Gefällte Stämme an einer Waldstraße Ablängen, verladen, abtransportieren Weniger Waldarbeit, dafür meist höherer Preis
Brennholz frei Haus Gesägte oder gespaltene Scheite Nur noch lagern oder direkt verheizen Bequem, aber meist die teuerste Variante

Ein sogenannter Holzsammelschein erlaubt nicht automatisch das Fällen von Bäumen. Er kann sich beispielsweise nur auf schwaches, bereits liegendes Holz beziehen. Welche Durchmesser, Mengen und Werkzeuge erlaubt sind, steht in den Bedingungen des jeweiligen Forstbetriebs.

Braucht man zum Brennholzmachen einen Motorsägenschein?

Eine pauschale bundesweite Aussage wie „Jeder private Motorsägennutzer braucht gesetzlich einen Motorsägenschein“ wäre zu ungenau. Auf dem eigenen Grundstück dürfen Privatpersonen grundsätzlich eine Motorsäge benutzen, sofern keine anderen Vorschriften oder örtlichen Einschränkungen entgegenstehen.

Anders sieht es bei der Brennholzaufarbeitung im Staats-, Kommunal- oder Privatwald aus. Der Waldbesitzer legt fest, unter welchen Voraussetzungen dort gearbeitet werden darf. Viele Forstbetriebe geben Holzlose nur an Personen ab, die einen anerkannten Motorsägenkurs absolviert haben. Die Bayerischen Staatsforsten nennen die Teilnahme an einem Motorsägenkurs ausdrücklich als Voraussetzung für die eigene Brennholzwerbung im Staatswald.

Informieren Sie sich deshalb vor der Anmeldung, welcher Kurs anerkannt wird. Für das Aufarbeiten liegenden Holzes kann ein Grundlehrgang ausreichen. Das Fällen stehender Bäume erfordert deutlich mehr Fachwissen und wird privaten Selbstwerbern vielerorts gar nicht angeboten.

Was lernt man im Motorsägenkurs?

  • Aufbau, Wartung und sichere Kontrolle der Motorsäge
  • korrektes Starten und Führen der Maschine
  • Gefahren durch Rückschlag, Spannung und eingeklemmte Sägen
  • sicheres Ablängen und Entasten von liegendem Holz
  • Beurteilung des Arbeitsbereichs und der Fluchtwege
  • Auswahl und Kontrolle der persönlichen Schutzausrüstung
  • Verhalten bei Unfällen und Organisation der Rettungskette

Ein Kurs macht aus einem Anfänger noch keinen Forstprofi. Er vermittelt jedoch die Grundlagen, um typische Fehlentscheidungen zu erkennen. Besonders unter Spannung stehendes Holz, Sturmholz und hängengebliebene Bäume gehören in die Hände erfahrener Fachleute.

Welche Ausrüstung braucht man zum Brennholzmachen?

Die benötigte Ausrüstung hängt davon ab, ob Sie dünnes Leseholz sammeln, Polterholz ablängen oder komplette Stämme aufarbeiten. Für größere Mengen reicht eine Axt allein selten aus.

Ausrüstung Verwendungszweck Priorität
Motorsäge Ablängen und Entasten freigegebenen Holzes Bei Starkholz erforderlich
Ersatzkette und Feile Stumpfe oder beschädigte Sägekette ersetzen Sehr empfehlenswert
Fällheber oder Wendehaken Stämme bewegen und Schnittstellen entlasten Je nach Holzlage
Sappie Holzstücke anheben und ziehen Rückenschonend
Spaltaxt Scheite entlang der Faser spalten Grundausstattung
Spalthammer und Keile Dicke oder verwachsene Abschnitte spalten Für Starkholz sinnvoll
Holzspalter Größere Mengen kräfteschonend verarbeiten Mieten oft wirtschaftlicher
Holzfeuchtemessgerät Trocknungszustand im Scheitinneren prüfen Vor dem Verheizen erforderlich
Erste-Hilfe-Set Sofortversorgung bei Verletzungen Unverzichtbar

Wer nur einmal im Jahr wenige Raummeter verarbeitet, muss nicht jede Maschine kaufen. Holzspalter, Sägebock und Anhänger lassen sich vielerorts tageweise mieten. Prüfen Sie vorher, ob Transport, Versicherung, Reinigung und Betriebsstoffe im Mietpreis enthalten sind.

Weitere Grundlagen zur Auswahl geeigneter Geräte finden Sie in unserem Bereich Holzwerkzeuge für Werkstatt und Garten.

Persönliche Schutzausrüstung für Motorsägenarbeiten

Eine laufende Motorsäge verzeiht keine Unachtsamkeit. Normale Arbeitshosen, Turnschuhe und eine einfache Sonnenbrille bieten keinen ausreichenden Schutz. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau nennt für Motorsägenarbeiten unter anderem Schutzhelm, Gesichts- und Gehörschutz, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose sowie Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz.

  • Forsthelm mit Gesichts- und Gehörschutz
  • Schnittschutzhose in passender Schutzklasse
  • Sicherheitsschuhe oder Forststiefel mit Schnittschutz
  • griffige, gut sitzende Arbeitshandschuhe
  • auffällige Oberbekleidung
  • Verbandmaterial und persönliche Notfallausrüstung
  • geladenes Mobiltelefon oder geeignetes Notrufsystem

Arbeiten Sie nicht allein. Teilen Sie einer zweiten Person mit, in welchem Waldstück Sie sich befinden und wann Sie zurückkehren wollen. Prüfen Sie vor Arbeitsbeginn, ob am Einsatzort Mobilfunkempfang besteht. Die Notruf-App „Hilfe im Wald“ oder hinterlegte Rettungspunkte können die Standortübermittlung erleichtern.

Sturmholz ist tabu für Einsteiger. Umgestürzte Bäume, gebrochene Kronen und aufgerichtete Wurzelteller stehen häufig unter enormer Spannung. Die SVLFG warnt ausdrücklich davor, solche Situationen als unerfahrener Brennholzselbstwerber aufzuarbeiten.

Brennholz selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Bedarf und Lagerplatz bestimmen

    Ermitteln Sie zunächst, wie viel Brennholz Sie tatsächlich benötigen. Prüfen Sie anschließend, ob der Lagerplatz die Menge luftig aufnehmen kann. Ein vermeintlich günstiges Holzlos bringt wenig, wenn die Scheite anschließend dicht unter einer Plane liegen und schimmeln.

  2. Holz beim Forstbetrieb reservieren

    Fragen Sie nach Polterholz, Flächenlosen oder freigegebenem Leseholz. Klären Sie Preis, Maßeinheit, Abfuhrfrist, erlaubte Werkzeuge, Zufahrtsregeln und erforderliche Qualifikationsnachweise schriftlich.

  3. Arbeitsort besichtigen

    Sehen Sie sich Zufahrt, Gelände und Holzlage an, bevor Sie Maschinen oder Anhänger organisieren. Ein schwer zugängliches Los kann durch lange Tragewege und aufwendige Bergung schnell unwirtschaftlich werden.

  4. Motorsäge und Schutzausrüstung kontrollieren

    Prüfen Sie Kettenbremse, Kettenspannung, Schmierung und Schärfe. Kontrollieren Sie Helm, Schnittschutzhose und Schuhe auf Schäden. Im Wald verlangen Forstbetriebe häufig biologisch abbaubares Kettenhaftöl und alkylatbasierten Sonderkraftstoff.

  5. Holz auf Ofenlänge sägen

    Die passende Scheitlänge richtet sich nach dem Brennraum. Häufig sind 25, 30 oder 33 Zentimeter üblich. Messen Sie den Feuerraum und beachten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Ofens. Zu lange Scheite lassen sich später nur mühsam korrigieren.

  6. Holz sicher transportieren

    Beachten Sie die zulässige Nutzlast von Fahrzeug und Anhänger. Frisches Holz ist deutlich schwerer als trockenes. Sichern Sie die Ladung formschlüssig und mit geeigneten Zurrmitteln. Lose Scheite dürfen bei einer Vollbremsung nicht verrutschen oder vom Anhänger fallen.

  7. Scheite möglichst früh spalten

    Spalten Sie Stammabschnitte zeitnah. Die größere Oberfläche beschleunigt die Trocknung. Orientieren Sie sich an natürlichen Rissen und arbeiten Sie auf einem stabilen Hackklotz. Verwachsene Stücke lassen sich mit Keilen oder einem Holzspalter leichter zerlegen.

  8. Brennholz luftig stapeln

    Lagern Sie die Scheite mit Abstand zum Erdreich. Paletten, Kanthölzer oder ein tragfähiger Unterbau verhindern aufsteigende Feuchtigkeit. Das Dach schützt vor Regen. Die Seiten bleiben offen, damit Wind durch den Stapel ziehen kann.

  9. Holzfeuchte vor dem Heizen messen

    Spalten Sie einen Prüfscheit frisch auf und messen Sie an mehreren Punkten der inneren Fläche. Eine Messung außen auf der trockenen Stirnseite kann einen zu niedrigen Wert vortäuschen.

Brennholz richtig spalten

Frisches Holz lässt sich häufig leichter spalten als vollständig getrocknetes Holz. Das gilt besonders für geradfaserige Arten wie Buche, Esche oder Fichte. Stark verästelte oder verdrehte Stammstücke können dagegen selbst einem kräftigen Spalthammer widerstehen.

Stellen Sie den Stammabschnitt mittig auf einen massiven Hackklotz. Dieser sollte ungefähr kniehoch sein. So endet ein Fehlschlag eher im Hackklotz als in Bodennähe. Sorgen Sie für ausreichend Abstand zu anderen Personen, Fenstern und Fahrzeugen.

So benötigen Sie weniger Kraft

  • Zielen Sie auf bereits sichtbare Trocknungsrisse.
  • Spalten Sie große Abschnitte zunächst am Rand.
  • Arbeiten Sie möglichst entlang des natürlichen Faserverlaufs.
  • Setzen Sie bei breiten Stücken mehrere Keile nacheinander.
  • Verwenden Sie zum Einschlagen von Stahlkeilen einen geeigneten Spalthammer.
  • Schlagen Sie nicht mit einer gewöhnlichen Axt auf einen Stahlkeil.

Bei mehreren Raummetern entlastet ein hydraulischer Holzspalter Rücken, Schultern und Gelenke. Stellen Sie die Maschine standsicher auf und bedienen Sie sie nur entsprechend der Herstelleranleitung. Manipulieren Sie niemals eine vorgeschriebene Zweihandbedienung.

Brennholz richtig lagern und trocknen

Gutes Brennholz braucht Luft. Ein vollständig mit Folie umwickelter Stapel hält zwar Regen fern, sperrt aber auch die Feuchtigkeit im Holz ein. Unter der Plane bildet sich Kondenswasser. Schimmel, Stockflecken und Fäulnis können folgen.

Ideal ist ein sonniger, gut belüfteter Standort mit einem festen Dach. Zwischen Hauswand und Holzstapel sollte ein Luftspalt bleiben. Direkter Bodenkontakt ist zu vermeiden. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Brennholz bereits gespalten an einem sonnigen, luftigen und gegen Niederschlag geschützten Platz aufzuschichten.

Die fünf Regeln für einen funktionierenden Holzstapel

  1. Bodenabstand schaffen: mindestens auf Paletten oder tragfähigen Kanthölzern stapeln.
  2. Seiten offen lassen: Wind muss zwischen den Scheiten hindurchziehen können.
  3. Nur von oben abdecken: ein festes Dach ist besser als eine eng anliegende Plane.
  4. Scheite nicht zu dicht packen: kleine Zwischenräume unterstützen den Luftaustausch.
  5. Vorrat rotieren: zuerst das älteste, ausreichend trockene Holz verbrauchen.

Wie Sie einen stabilen Stapel aufbauen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Brennholz richtig stapeln.

Wie lange muss Brennholz trocknen?

Eine feste Lagerzeit für jede Holzart gibt es nicht. Scheitgröße, Ausgangsfeuchte, Spaltzeitpunkt, Standort, Wind und Niederschlag beeinflussen den Prozess. Unter guten Bedingungen können manche Nadelhölzer bereits nach einer Trocknungsperiode nutzbar sein. Dichte Laubhölzer und dicke Scheite brauchen häufig länger.

Als grober Planungswert gelten ein bis zwei Jahre. Verlassen Sie sich dennoch nicht allein auf den Kalender. Messen Sie die Feuchtigkeit im Inneren eines frisch gespaltenen Scheits.

Wie trocken muss Brennholz sein?

Hier entstehen häufig Missverständnisse, weil „Holzfeuchte“ und „Wassergehalt“ nicht dasselbe bedeuten. Die Holzfeuchte bezieht die Wassermasse auf die trockene Holzmasse. Der Wassergehalt bezieht sie auf die gesamte feuchte Masse. Ein Wert von 25 Prozent Holzfeuchte entspricht daher ungefähr 20 Prozent Wassergehalt.

Nach der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes darf Scheitholz in den erfassten Feuerungsanlagen grundsätzlich nur eingesetzt werden, wenn sein Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht liegt. Für die Praxis empfiehlt das Umweltbundesamt einen Wasseranteil von etwa 15 bis 20 Prozent.

Praxiswert: Zeigt das Messgerät auf der frisch gespaltenen Innenfläche etwa 15 bis 20 Prozent an, ist das Scheitholz in der Regel gut für den Ofen vorbereitet.

Holzfeuchte richtig messen

  1. Nehmen Sie einen Scheit aus der Mitte des Stapels.
  2. Spalten Sie ihn unmittelbar vor der Messung.
  3. Drücken Sie die Messspitzen quer zur Faser in die frische Innenfläche.
  4. Messen Sie an mindestens zwei bis drei Stellen.
  5. Prüfen Sie mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen des Stapels.

Ein Klangtest kann einen ersten Hinweis liefern, ersetzt aber kein Messgerät. Trockene Scheite klingen beim Gegeneinanderschlagen oft heller. Rinde, Holzart, Form und Größe beeinflussen den Klang jedoch erheblich.

Welche Holzarten eignen sich als Brennholz?

Fast jede naturbelassene Holzart lässt sich in einer dafür geeigneten Feuerstätte verbrennen. Die Unterschiede liegen vor allem in Dichte, Brenndauer, Glutbildung und benötigtem Lagerraum.

Holzart Richtwert Heizwert pro Raummeter Brennverhalten Typische Verwendung
Buche etwa 2.100 kWh ruhiger Abbrand, lang anhaltende Glut Hauptbrennstoff für Kamin- und Speicheröfen
Eiche etwa 2.100 kWh lange Brenndauer, kräftige Glut für lange Heizphasen
Esche etwa 2.000 kWh gutes Flammenbild, gleichmäßiger Abbrand hochwertiges Kaminholz
Birke etwa 1.900 kWh schönes Flammenbild, leicht entzündlich Kamin und gelegentliches Heizen
Kiefer etwa 1.700 kWh rascher Abbrand, lebhafte Flamme Anheizen und schnelles Erwärmen
Fichte etwa 1.500 bis 1.600 kWh schnell entzündlich, kurze Brenndauer Anzündholz und Übergangszeit

Laubholz liefert aufgrund seiner höheren Dichte meist mehr Energie pro Raummeter. Nach Gewicht liegen die Heizwerte trockener Holzarten deutlich näher beieinander. Wer nach Volumen kauft und wenig Lagerraum besitzt, fährt mit dichtem Laubholz häufig besser. Nadelholz ist dagegen praktisch zum Anheizen und bringt den Brennraum schnell auf Temperatur.

Vertiefende Werte finden Sie in unserer Brennholz-Heizwert-Tabelle. Der Vergleich Nadelholz oder Laubholz zeigt, welche Mischung zu Ihrem Ofen und Heizverhalten passt.

Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter verstehen

Ein Preisvergleich funktioniert nur, wenn Menge, Holzart, Feuchtigkeit und Lieferzustand identisch sind. Besonders die Maßeinheit sorgt beim Brennholzkauf regelmäßig für Verwirrung.

Maßeinheit Bedeutung Enthaltene Luftzwischenräume
Festmeter (fm) Ein Kubikmeter massive Holzmasse Keine
Raummeter (rm oder Ster) Ein Kubikmeter ordentlich gestapeltes Holz Zwischenräume im Stapel
Schüttraummeter (srm) Ein Kubikmeter lose geschüttete Scheite Viele Zwischenräume

Als grobe Orientierung kann ein Festmeter rund 1,4 Raummetern entsprechen. Ein Raummeter ergibt abhängig von Scheitlänge, Form und Schüttung ungefähr 1,4 bis 1,6 Schüttraummeter. Diese Faktoren sind Richtwerte, keine exakten Naturkonstanten.

Vergleichen Sie Angebote deshalb nicht nur nach „Euro pro Einheit“. Fragen Sie nach Holzart, Scheitlänge, Feuchtigkeit, Lieferkosten und Maßeinheit. Unser Beitrag zum Festmeter und den gebräuchlichen Holzmaßen erklärt die Unterschiede ausführlich.

Wie viel Brennholz braucht man pro Winter?

Der Bedarf hängt vom Gebäude, der Ofenleistung, dem Wirkungsgrad und der gewünschten Raumtemperatur ab. Auch die Frage, ob der Kamin nur gelegentlich läuft oder einen erheblichen Teil der Heizung ersetzt, verändert die Menge stark.

Für gelegentliche Kaminabende können ein bis drei Schüttraummeter genügen. Wird täglich geheizt, kommen schnell mehrere Raummeter zusammen. Pauschalangaben bleiben deshalb ungenau.

Bedarf aus dem bisherigen Verbrauch abschätzen

Eine bessere Orientierung liefert der bisherige Energieverbrauch. Ein Raummeter trockene Buche enthält grob 2.100 Kilowattstunden Brennstoffenergie. Davon kommt wegen der Ofenverluste nicht alles als Raumwärme an.

Beispiel: Bei einem angenommenen Nutzungsgrad von 75 Prozent liefert ein Raummeter Buche ungefähr 1.575 Kilowattstunden nutzbare Wärme.

2.100 kWh × 0,75 = 1.575 kWh nutzbare Wärme

Benötigen Sie 6.000 Kilowattstunden zusätzliche Raumwärme, wären unter diesen vereinfachten Annahmen knapp vier Raummeter Buche erforderlich:

6.000 kWh ÷ 1.575 kWh/rm = 3,81 rm

Die Rechnung ersetzt keine Heizlastberechnung. Sie zeigt aber, warum der Raummeterpreis allein wenig über die tatsächlichen Heizkosten verrät.

Was kostet es, Brennholz selber zu machen?

Der Einkaufspreis im Wald ist nur ein Teil der Rechnung. Kraftstoff, Kettenöl, Werkzeugverschleiß, Kursgebühr, Anhängermiete und Fahrten können den Vorteil deutlich verkleinern.

Kostenposition Mögliche Auswirkung
Holzlos oder Polterholz Abhängig von Region, Holzart und Aufarbeitungszustand
Motorsägenkurs Einmalige Einstiegskosten
Persönliche Schutzausrüstung Mehrere hundert Euro bei kompletter Neuanschaffung möglich
Motorsäge und Zubehör Anschaffung, Wartung, Ketten und Betriebsstoffe
Transport Kraftstoff, Anhänger, Miete und zusätzliche Fahrten
Holzspalter Kauf oder Tagesmiete
Lager Unterbau, Dach und gegebenenfalls Genehmigung
Eigene Arbeitszeit Wird in privaten Kalkulationen häufig vergessen

So berechnen Sie den echten Preis pro Raummeter

Addieren Sie sämtliche Ausgaben und teilen Sie die Summe durch die trockene, tatsächlich nutzbare Holzmenge.

Gesamtkosten ÷ trockene Raummeter = Kosten pro Raummeter

Beispielrechnung:

  • Holz: 360 Euro
  • Transport und Anhänger: 120 Euro
  • Betriebsstoffe und Verschleiß: 70 Euro
  • Spaltermiete: 80 Euro
  • Gesamtkosten: 630 Euro
  • Nutzbare Menge nach Aufarbeitung: 7 Raummeter

630 Euro ÷ 7 rm = 90 Euro pro Raummeter

Besitzen Sie Werkzeug, Anhänger und Lager bereits, fällt die Rechnung günstiger aus. Müssen Sie alles neu anschaffen, lohnt sich selbst gemachtes Brennholz oft erst über mehrere Jahre.

Welches Holz darf nicht in den Kamin?

In einen üblichen Kaminofen gehört ausschließlich dafür zugelassenes, trockenes und naturbelassenes Brennholz. Behandeltes Altholz ist kein günstiger Brennstoff, sondern kann Schadstoffe freisetzen und die Feuerstätte beschädigen.

Nicht in den Kamin gehören insbesondere:

  • lackierte oder lasierte Bretter
  • druckimprägniertes Holz
  • Spanplatten, OSB-Platten und MDF
  • verleimte Möbelteile
  • Fensterrahmen, Türen und Bauholz mit unbekannter Behandlung
  • Kunststoffe, Verpackungen und Hausmüll
  • feuchtes oder stark verschimmeltes Holz
  • große Mengen Papier oder Karton

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass feuchtes oder ungeeignetes Holz und falsches Anfeuern die Schadstoffemissionen deutlich erhöhen. Nutzen Sie daher nur trockenes, unbehandeltes Holz und halten Sie sich an die Bedienungsanleitung des Ofenherstellers.

Wie Sie den Ofen mit möglichst wenig Rauch starten, zeigt unsere Anleitung Brennholz richtig anzünden.

Häufige Fehler beim Brennholzmachen

Fehler Mögliche Folge Bessere Lösung
Holz ohne Erlaubnis mitnehmen Rechtliche Konsequenzen und Ärger mit dem Waldbesitzer Vorher schriftliche Freigabe einholen
Allein mit der Motorsäge arbeiten Verspätete Hilfe nach einem Unfall Mindestens zu zweit arbeiten und Standort mitteilen
Sturmholz selbst aufarbeiten Unkontrollierbare Bewegungen durch Spannungen Arbeit geschulten Forstprofis überlassen
Holz ungespalten lagern Sehr lange Trocknungszeit und Fäulnisrisiko Stammabschnitte zeitnah spalten
Stapel komplett mit Folie umwickeln Kondenswasser und Schimmel Nur die Oberseite schützen
Feuchte nur außen messen Zu niedriger, irreführender Messwert Scheit frisch spalten und innen messen
Anhänger überladen Unsicheres Fahrverhalten und Bußgeld Frischholzgewicht einkalkulieren und Nutzlast prüfen
Nur den Holzpreis betrachten Tatsächliche Kosten werden unterschätzt Transport, Werkzeug und Arbeitszeit mitrechnen

Checkliste vor dem ersten Arbeitstag

  • Liegt eine schriftliche Erlaubnis oder Rechnung vor?
  • Ist der zugewiesene Bereich eindeutig markiert?
  • Ist der Motorsägenkurs für dieses Los ausreichend?
  • Sind Abfuhrfrist und zulässige Arbeitszeiten bekannt?
  • Ist die persönliche Schutzausrüstung vollständig und unbeschädigt?
  • Wurde die Motorsäge technisch kontrolliert?
  • Sind Erste-Hilfe-Set und Mobiltelefon griffbereit?
  • Kennt eine zweite Person den genauen Standort?
  • Reichen Fahrzeug- und Anhängernutzlast aus?
  • Ist zu Hause genügend trockener Lagerplatz vorhanden?

Fazit: Eigenes Brennholz lohnt sich nicht nur finanziell

Brennholz selber zu machen verbindet praktische Arbeit mit einer direkten Form der Wärmeversorgung. Preiswert wird das Projekt vor allem dann, wenn Werkzeug, Anhänger und Lagerplatz bereits vorhanden sind. Anfänger sollten mit gut zugänglichem Polterholz beginnen. Das ist überschaubarer als ein Flächenlos und reduziert gefährliche Arbeiten im Bestand.

Der wichtigste Schritt findet noch vor dem ersten Sägeschnitt statt: Klären Sie die Bedingungen mit dem Waldbesitzer. Danach zählen vollständige Schutzausrüstung, ein sicherer Arbeitsablauf und genügend Zeit für die Trocknung. Verheizen Sie erst Holz, dessen Wasseranteil im Inneren ungefähr 15 bis 20 Prozent beträgt. So holen Sie mehr Wärme aus jedem Scheit und vermeiden unnötigen Rauch sowie Ablagerungen.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen zum Brennholz selber machen

Darf man heruntergefallenes Holz aus dem Wald mitnehmen?

Nein, nicht ohne Erlaubnis des Waldbesitzers. Auch liegende Äste, abgestorbene Bäume und sogenanntes Leseholz gehören dem jeweiligen Eigentümer. Je nach Region können Forstämter zeitlich und mengenmäßig begrenzte Sammelscheine ausgeben.

Ist ein Motorsägenschein für Privatpersonen Pflicht?

Für die private Nutzung auf dem eigenen Grundstück besteht keine allgemeine bundesweite Motorsägenscheinpflicht. Bei Arbeiten in Staats-, Kommunal- oder Privatwäldern bestimmt jedoch der Waldbesitzer die Voraussetzungen. Viele Forstbetriebe verlangen einen anerkannten Motorsägenkurs, bevor sie ein Holzlos vergeben.

Wann ist die beste Zeit, um Brennholz zu machen?

Die klassische Einschlags- und Aufarbeitungszeit liegt im Herbst und Winter. Viele Forstbetriebe vergeben ihre Lose saisonal und setzen feste Abfuhrfristen. Gespalten und luftig gelagert kann das Holz anschließend während der warmen Monate trocknen.

Wie lange muss selbst gemachtes Brennholz trocknen?

Unter guten Bedingungen braucht Brennholz häufig ein bis zwei Jahre. Dünne, früh gespaltene Nadelholzscheite trocknen meist schneller als dicke Laubholzscheite. Maßgeblich ist nicht allein die Lagerdauer, sondern der gemessene Wasseranteil im Scheitinneren.

Welche Restfeuchte sollte Brennholz haben?

Für die Praxis ist ein Wasseranteil von ungefähr 15 bis 20 Prozent empfehlenswert. Gemessen wird auf der frisch gespaltenen Innenfläche. Die 1. BImSchV nennt einen Grenzwert von unter 25 Prozent Feuchte bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht.

Was kostet ein Motorsägenkurs?

Die Preise unterscheiden sich nach Anbieter, Region, Dauer und Kursinhalt. Ein Kurs für liegendes Holz ist meist günstiger als eine umfangreichere Qualifikation für Fällarbeiten. Entscheidend ist, dass der zuständige Forstbetrieb den gewählten Nachweis anerkennt.

Welches Holz eignet sich am besten für den Kamin?

Buche, Eiche und Esche bieten pro Raummeter viel Energie und eine lange Brenndauer. Fichte und Kiefer entzünden sich schneller und eignen sich gut zum Anheizen. Trockenheit und passende Scheitgröße beeinflussen den Abbrand stärker als der Ruf einer einzelnen Holzart.

Warum sollte Brennholz früh gespalten werden?

Durch das Spalten vergrößert sich die Oberfläche. Feuchtigkeit kann schneller entweichen und der Scheit trocknet gleichmäßiger. Ungespaltene Stammabschnitte bleiben im Kern oft lange feucht und können bei ungünstiger Lagerung faulen.

Lohnt es sich finanziell, Brennholz selbst zu machen?

Das hängt von Holzpreis, Transportweg, vorhandener Ausrüstung und eigener Arbeitszeit ab. Wer Motorsäge, Anhänger, Schutzausrüstung und Lager bereits besitzt, kann günstig heizen. Bei kompletter Neuanschaffung rechnet sich das Projekt meist erst über mehrere Heizperioden.

Darf man Paletten und alte Möbel im Kamin verbrennen?

Behandelte, lackierte, verleimte oder imprägnierte Hölzer gehören nicht in den Kamin. Auch bei Paletten ist die Behandlung nicht immer zweifelsfrei erkennbar. Verwenden Sie ausschließlich trockenes, naturbelassenes und für die Feuerstätte zugelassenes Holz.

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