Anzündholz: Auswahl, Maße und richtiges Anfeuern

Anzündholz bildet die Brücke zwischen dem kleinen Anzünder und den großen Holzscheiten. Ist es trocken, dünn gespalten und luftig aufgeschichtet, erreicht der Feuerraum zügig die nötige Temperatur. Das Holz brennt stabiler an, die Scheibe bleibt eher sauber und es gelangen weniger unverbrannte Rauchgase in den Schornstein.

Doch nicht jedes Holzstück eignet sich als Anmachholz. Feuchtes Material, lackierte Holzreste, Spanplatten oder zu dicke Scheite machen aus dem gemütlichen Anheizen schnell eine qualmende Geduldsprobe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geeignete Holzarten: Fichte, Tanne, Kiefer und anderes trockenes Weichholz entzünden sich besonders schnell.
  • Praktische Abmessungen: Rund 15 bis 25 Zentimeter Länge und etwa 1 bis 3 Zentimeter Kantenstärke funktionieren in vielen Kaminöfen gut.
  • Geeignete Holzfeuchte: Das Anfeuerholz sollte möglichst bei etwa 15 bis 20 Prozent Holzfeuchte liegen.
  • Nur naturbelassenes Holz: Lackierte, verleimte, beschichtete oder imprägnierte Holzreste gehören nicht in Kamin oder Ofen.
  • Emissionsärmer anfeuern: Bei den meisten modernen Scheitholzöfen wird das Anzünden von oben empfohlen.
  • Luft nicht vergessen: Zwischen den Holzstäbchen müssen sichtbare Zwischenräume bleiben, damit Sauerstoff an die Flamme gelangt.

Was ist Anzündholz?

Anzündholz – regional auch Anfeuerholz, Anmachholz, Kleinholz oder Spreißel genannt – besteht aus schmalen, trockenen Holzstücken. Es wird nicht als eigentlicher Dauerbrennstoff verwendet. Seine Aufgabe besteht darin, nach dem Entzünden schnell eine heiße und stabile Flamme zu erzeugen.

Ein Feuer wird dabei in mehreren Stufen aufgebaut:

  1. Ein geeigneter Anzünder liefert die erste kleine Flamme.
  2. Das fein gespaltene Anzündholz fängt Feuer und erhöht die Temperatur.
  3. Die Flammen entzünden die größeren Brennholzscheite.
  4. Der Ofen erreicht eine stabile Verbrennungsphase.

Der Zwischenschritt mit Anfeuerholz ist nötig, weil ein dicker Holzscheit vergleichsweise wenig Oberfläche im Verhältnis zu seinem Volumen besitzt. Ein dünner Holzspan hat dagegen viel frei zugängliche Oberfläche. Er erwärmt sich schneller, gibt brennbare Gase ab und lässt sich leichter entzünden.

[Bildinhalt mit KI erstellt]

Genau deshalb funktioniert ein großer Holzklotz mit einem kleinen Streichholz kaum, während ein locker aufgebautes Bündel aus schmalen Holzstäbchen rasch Feuer fängt.

Welches Holz eignet sich als Anzündholz?

Für die Anheizphase ist nicht die längste Brenndauer gefragt. Das Holz soll leicht Feuer fangen, rasch Wärme erzeugen und die größeren Scheite auf Zündtemperatur bringen. Trockenes Weichholz erfüllt diese Aufgabe meist besser als dichtes Hartholz.

Holzart Eignung Typisches Verhalten Hinweis
Fichte Sehr gut Entzündet sich schnell und brennt lebhaft Gut verfügbar und leicht zu spalten
Tanne Sehr gut Schneller Flammenaufbau Harzgehalt kann je nach Holzstück variieren
Kiefer Sehr gut Brennt durch den Harzanteil zügig an Stark verharzte Stücke können knistern und Funken bilden
Birke Gut Ruhiges, zuverlässiges Flammenbild Dünne Birkenrinde kann ebenfalls leicht entzündlich sein
Buche Bedingt geeignet Brennt gleichmäßig, entzündet sich aber langsamer Sehr fein spalten und mit Weichholz kombinieren
Eiche Eher ungeeignet Dichtes Holz mit trägerer Entzündung Besser als Hauptbrennstoff verwenden

Warum Weichholz schneller anbrennt

Fichte, Tanne und Kiefer besitzen eine geringere Rohdichte als viele Laubhölzer. Dünn gespaltene Stücke erwärmen sich schnell und bilden rasch eine sichtbare Flamme. Bei Kiefer und anderen harzreichen Nadelhölzern erleichtern brennbare Harzbestandteile die Entzündung zusätzlich.

Mehr Harz bedeutet allerdings nicht automatisch bessere Qualität. Stark verharztes Holz kann lebhaft knistern. In einem offenen Kamin können dabei Funken aus dem Feuerraum gelangen. Ein stabiles Funkenschutzgitter ist dort Pflicht.

Kann Hartholz als Anmachholz verwendet werden?

Ja, sofern es sehr trocken und fein gespalten ist. Dünne Buchenstäbchen können ein Feuer zuverlässig entfachen. Sie benötigen jedoch häufig etwas länger als vergleichbares Fichtenholz.

Dickere Stücke aus Buche oder Eiche gehören eher in die nächste Brennstoffstufe. Dort spielen sie ihre Stärken aus: eine ruhigere Verbrennung, längere Brenndauer und beständigere Glut.

Wie groß sollte Anzündholz sein?

Eine gesetzlich vorgeschriebene Standardgröße für Anzündholz gibt es nicht. Die passenden Maße hängen vom Feuerraum, der Größe der Brennholzscheite und der Anheizmethode ab. Für viele Kamin- und Kachelöfen haben sich folgende Richtwerte bewährt:

  • Länge: etwa 15 bis 25 Zentimeter
  • Kantenstärke: ungefähr 1 bis 3 Zentimeter
  • Menge: meist 6 bis 12 Stäbchen pro Anheizvorgang

Einige dünnere Splitter fangen schneller Feuer. Etwas kräftigere Stäbchen brennen länger und geben die Flamme verlässlich an die großen Scheite weiter. Eine Mischung aus beiden Größen ist meist besser als ein Bündel vollkommen identischer Holzleisten.

Das Anfeuerholz sollte außerdem zur Breite des Feuerraums passen. Es darf nicht gegen die Scheibe drücken oder die Luftöffnungen verdecken. Maßgeblich bleibt die Bedienungsanleitung des Ofenherstellers.

Praxistipp: Lässt sich ein Holzstück nur mit Mühe zwischen Daumen und Zeigefinger halten, ist es für die erste Anzündstufe häufig schon zu dick. Spalten Sie es erneut oder legen Sie es als Übergangsstück zwischen Kleinholz und Brennholzscheit ein.

Wie trocken muss Anzündholz sein?

Trockenheit ist der wichtigste Qualitätsfaktor. Wasser im Holz muss während der Verbrennung erst erwärmt und verdampft werden. Diese Energie fehlt beim schnellen Aufheizen des Feuerraums. Feuchtes Kleinholz glimmt deshalb häufig nur, qualmt stärker und kann die Flamme des Anzünders regelrecht ersticken.

Für naturbelassenes stückiges Holz schreibt die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes einen Feuchtegehalt von weniger als 25 Prozent vor. In der Praxis empfiehlt das Umweltbundesamt für gut getrocknetes Brennholz einen Wasseranteil von etwa 15 bis 20 Prozent. Für Anzündholz ist dieser Bereich ebenfalls sinnvoll.

Quelle: 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung und Umweltbundesamt: Heizen mit Holz.

Holzfeuchte richtig messen

Ein elektrisches Holzfeuchtemessgerät liefert einen wesentlich verlässlicheren Wert als Klopfprobe, Farbe oder Rissbildung. Für eine brauchbare Messung gehen Sie so vor:

  1. Wählen Sie ein repräsentatives Holzstück aus der Mitte des Vorrats.
  2. Spalten Sie das Stück unmittelbar vor der Messung frisch auf.
  3. Setzen Sie die Messspitzen quer zur Faserrichtung in der frisch geöffneten Innenfläche an.
  4. Messen Sie mehrere Stücke und bilden Sie keinen Wert nur aus einem einzigen Span.

Eine Messung ausschließlich an der Außenseite kann täuschen. Die Oberfläche trocknet schneller als der Holzkern. Besonders nach längerer Lagerung in einem warmen Raum kann außen ein niedriger Wert erscheinen, obwohl das Innere noch deutlich feuchter ist.

Ist kammergetrocknetes Anzündholz automatisch besser?

Kammergetrocknetes Holz kann sehr gleichmäßige und niedrige Feuchtewerte erreichen. Es entzündet sich meist zuverlässig und lässt sich direkt einsetzen. Die Bezeichnung allein garantiert jedoch weder eine bestimmte Restfeuchte noch eine nachhaltige Herkunft.

Beim Kauf zählen deshalb konkrete Angaben: Holzart, Feuchte, Herkunft, Gewicht, Stückgröße und der Hinweis, dass ausschließlich naturbelassenes Holz verwendet wurde.

Gutes Anzündholz erkennen: Kauf-Checkliste

Ein durchsichtiger Beutel oder ein offener Karton verrät häufig mehr als große Werbeversprechen. Gute Ware besteht aus gleichmäßig trockenem, sauber gespaltenem Holz. Ein geringer Anteil kleiner Splitter ist normal. Große Mengen Sägemehl, feuchte Stellen oder muffiger Geruch sprechen dagegen für schlechte Lagerung.

Prüfpunkt Gute Qualität Warnsignal
Material Naturbelassenes Massivholz Lack, Leim, Beschichtung oder unbekannte Holzreste
Geruch Trocken und holztypisch Muffig, chemisch oder schimmelig
Oberfläche Sauber gespalten und trocken Dunkle Feuchteflecken oder sichtbarer Schimmel
Größe Mehrheitlich dünne, ofengerechte Stäbchen Viele massive Klötze oder extrem kurze Splitter
Verpackung Trocken, unbeschädigt und möglichst luftdurchlässig Kondenswasser im Beutel
Herkunft Nachvollziehbar und möglichst regional Keine Angaben zum Material oder Ursprung

Ein Preisvergleich sollte nicht nur nach Beutel oder Karton erfolgen. Aussagekräftiger ist der Preis pro Kilogramm. Bei sehr lockerer Ware kann zusätzlich das Volumen interessant sein. Für den Alltag zählt jedoch vor allem, wie viele Anheizvorgänge ein Gebinde tatsächlich ermöglicht.

Anzündholz selber machen

Wer regelmäßig Brennholz verarbeitet, kann Anmachholz aus geeigneten Reststücken selbst herstellen. Dafür dürfen ausschließlich trockene und unbehandelte Holzreste verwendet werden. Abschnitte von Dachlatten oder Massivholzbrettern kommen infrage, sofern zweifelsfrei feststeht, dass sie weder lackiert noch verleimt, imprägniert oder anderweitig behandelt wurden.

Mehr zur vollständigen Brennholzaufbereitung lesen Sie im Ratgeber Brennholz selber machen.

Geeignete Werkzeuge

  • Anzündholzspalter mit feststehender Klinge
  • Kleines Spaltbeil
  • Spaltmesser mit Schlagholz
  • Stabile Unterlage oder Hackklotz
  • Schutzbrille und robuste Arbeitshandschuhe

Anfeuerholz sicher spalten

  1. Holz auswählen: Verwenden Sie gerade, astarme und bereits auf Ofenlänge geschnittene Stücke.
  2. Arbeitsplatz vorbereiten: Stellen Sie den Hackklotz standsicher auf einen ebenen Untergrund.
  3. Holz grob teilen: Spalten Sie das Ausgangsstück zunächst in handliche Viertel.
  4. Stäbchen herstellen: Teilen Sie die Viertel entlang der Faser weiter, bis etwa fingerstarke Stücke entstehen.
  5. Kleinere Splitter sammeln: Dünne Späne können als zusätzliche Zündstufe dienen.
  6. Trocknen und lagern: Füllen Sie das Holz erst vollständig trocken in einen Korb oder Karton.

Beim Spalten kleiner Stücke passieren Verletzungen häufig dann, wenn das Holz mit der freien Hand direkt unterhalb der Klinge festgehalten wird. Sicherer ist ein stationärer Anzündholzspalter, bei dem das Holz auf einer feststehenden Schneide sitzt und mit einem Schlagholz nach unten getrieben wird.

Sicherheitsregel: Schlagen Sie niemals mit einem Metallhammer auf den Rücken eines gewöhnlichen Messers oder Beils, sofern das Werkzeug dafür nicht ausdrücklich freigegeben ist. Klinge, Griff oder Hammerkopf können beschädigt werden und Splitter abspringen.

Welches Holz darf nicht in den Ofen?

Im Kaminofen darf nicht alles verbrannt werden, was äußerlich nach Holz aussieht. Ungeeignet und teilweise unzulässig sind insbesondere:

  • lackiertes oder lasiertes Holz,
  • imprägniertes Bauholz,
  • Spanplatten, OSB-Platten und MDF,
  • verleimtes Schichtholz unbekannter Zusammensetzung,
  • alte Möbelteile mit Beschichtungen oder Klebstoffen,
  • Palettenholz mit unbekannter Behandlung oder Verunreinigung,
  • Hausmüll, Kunststoff und Verpackungsmaterial,
  • farbig bedruckte Hochglanzprospekte oder beschichtete Kartons.

Solche Materialien können beim Verbrennen Schadstoffe freisetzen, aggressive Ablagerungen verursachen und Ofen sowie Schornstein belasten. Die 1. BImSchV legt fest, welche Brennstoffe in Kleinfeuerungsanlagen eingesetzt werden dürfen. Erlaubt ist nicht automatisch alles, was irgendwie brennt.

Auch Zeitungspapier ist keine gute Anzündhilfe. Es verbrennt flatternd, erzeugt Ascheflocken und kann durch Druckfarben sowie Beschichtungen unerwünschte Rückstände mitbringen. Besser geeignet sind geprüfte Anzünder aus Holzwolle und Wachs oder andere ausdrücklich für Kaminöfen freigegebene Produkte.

Kamin mit Anzündholz richtig anfeuern

Viele Menschen bauen das Feuer noch immer wie ein Lagerfeuer auf: Anzünder unten, Kleinholz darüber, große Scheite ganz oben. Bei vielen modernen Kaminöfen ist das Anzünden von oben jedoch die emissionsärmere Methode. Dabei erwärmt sich der Feuerraum kontrollierter, und ein größerer Teil der entstehenden Holzgase verbrennt direkt in der heißen Flamme.

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks empfiehlt das Anzünden von oben inzwischen ausdrücklich für geeignete Feuerstätten. Vorrang hat trotzdem immer die Bedienungsanleitung des jeweiligen Ofens.

Quelle: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks: Richtig heizen mit Holz.

Schritt-für-Schritt: Von oben anfeuern

  1. Luftzufuhr öffnen: Stellen Sie den Verbrennungsluftregler auf die vom Hersteller vorgesehene Anheizposition.
  2. Holzscheite einlegen: Legen Sie zwei oder drei passende Brennholzscheite mit etwas Abstand auf den Feuerraumboden.
  3. Anzündholz aufschichten: Ordnen Sie mehrere dünne Stäbchen kreuzweise und mit sichtbaren Luftzwischenräumen auf den Scheiten an.
  4. Anzünder platzieren: Setzen Sie einen geeigneten Anzünder zwischen oder oben in das Kleinholzpaket.
  5. Von oben entzünden: Zünden Sie den Anzünder an und schließen Sie die Feuerraumtür entsprechend der Herstelleranleitung.
  6. Flammen beobachten: Das Anzündholz brennt von oben nach unten und entzündet anschließend die größeren Scheite.
  7. Luftzufuhr anpassen: Reduzieren Sie die Luft erst, wenn das Feuer stabil brennt und die Herstelleranleitung dies vorsieht.

Wann wird von unten angezündet?

Einige ältere Feuerstätten, Öfen mit Rost oder bestimmte Herstellerkonstruktionen sehen weiterhin das Anzünden von unten vor. Dann liegt das Anmachholz unter den Holzscheiten. Die richtige Methode ergibt sich aus der Bedienungsanleitung.

Fehlt die Anleitung, sollte nicht auf gut Glück experimentiert werden. Hersteller, Fachhändler oder der zuständige Schornsteinfeger können beurteilen, welche Anheizmethode zur Feuerstätte passt.

Wie viel Anzündholz wird benötigt?

Eine pauschale Stückzahl funktioniert nicht für jeden Ofen. Bei einem kleinen Kaminofen reichen häufig sechs bis zehn dünne Stäbchen. In einem großen Feuerraum kann ein etwas kräftigeres Anzündmodul nötig sein.

Mehr Holz ist nicht automatisch besser. Ein dicht gepresster Haufen bekommt zu wenig Sauerstoff. Bleiben zwischen den Stücken etwa fingerbreite Lücken, kann die Flamme durch das Holzpaket ziehen.

Häufige Fehler beim Anheizen

Fehler Mögliche Folge Bessere Lösung
Feuchtes Anzündholz Qualm, schlechtes Anbrennen und verrußte Scheibe Holzfeuchte an einer frisch gespaltenen Fläche messen
Zu dicke Stücke Der Anzünder erlischt, bevor das Holz Feuer fängt Zusätzliche dünne Splitter verwenden
Zu dicht gestapelt Sauerstoffmangel und schwache Flamme Stäbchen kreuzweise mit Zwischenräumen legen
Luftzufuhr zu früh geschlossen Unvollständige Verbrennung und Rauch Anheizstellung gemäß Bedienungsanleitung beibehalten
Zu viel Brennstoff Unkontrollierter Abbrand und mögliche Überlastung Vorgegebene Brennstoffmenge des Herstellers einhalten
Ungeeignete Holzreste Schadstoffe und problematische Ablagerungen Nur trockenes, naturbelassenes Holz verbrennen

Ein dunkler, träger Flammenverlauf und dichter Rauch sind Warnzeichen. Ein gut angeheiztes Feuer entwickelt dagegen nach kurzer Zeit helle, lebhafte Flammen. Dauerhaft schwarze oder stark verrußte Sichtscheiben können auf zu feuchtes Holz, falsche Luftführung, ungeeignete Scheitgrößen oder ein technisches Problem hinweisen.

Anzündholz richtig lagern

Durch seine geringe Stärke nimmt Anmachholz Feuchtigkeit schneller auf als große Holzscheite. Ein offener Sack auf dem Garagenboden oder ein Korb direkt neben einer feuchten Außenwand ist deshalb keine gute Dauerlösung.

Ideal ist ein trockener und belüfteter Lagerplatz. Das Holz sollte:

  • keinen direkten Kontakt zu Erde oder feuchtem Beton haben,
  • vor Schlagregen und Schnee geschützt sein,
  • seitlich Luft bekommen,
  • nicht dauerhaft in einer vollständig geschlossenen Kunststoffbox lagern,
  • mit Abstand zu Ofen und anderen heißen Oberflächen aufbewahrt werden.

Ein Karton, Holzkorb oder luftdurchlässiger Sack eignet sich für bereits trockenes Kleinholz. Größere Vorräte bleiben besser in einem geschützten Holzlager. Wie ein Brennholzstapel aufgebaut wird, erklärt der Beitrag Brennholz richtig stapeln.

Darf Anzündholz direkt neben dem Kamin stehen?

Eine kleine Tagesmenge kann in einem geeigneten Kaminholzkorb bereitstehen. Der Korb muss jedoch ausreichend Abstand zur Feuerstätte, zur Ofentür und zum Rauchrohr haben. Die in der Bedienungsanleitung genannten Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien gelten auch für Anzündholz.

Große Vorräte gehören nicht unmittelbar an den Ofen. Kleinholz besitzt viel Oberfläche und kann sich bei Hitzeeinwirkung schneller entzünden als ein massiver Holzscheit.

Anzündholz für Grill und Feuerschale

Naturbelassenes, trockenes Anmachholz kann auch Holzkohle, Grillbriketts oder größere Scheite in einer Feuerschale entzünden. Beim Grillen sollte das Holz frei von Lacken, Leimen, Holzschutzmitteln und unbekannten Rückständen sein.

Stark harzhaltiges Holz eignet sich zwar zum Entfachen einer Flamme, sollte aber nicht als dauerhafter Brennstoff direkt unter Lebensmitteln verwendet werden. Warten Sie mit dem Auflegen des Grillguts, bis Anzünder und Kleinholz vollständig verbrannt sind und sich eine gleichmäßige Glut gebildet hat.

Benzin, Spiritus und andere flüssige Brandbeschleuniger sind keine Alternative. Eine Stichflamme kann schwere Verbrennungen verursachen. Nutzen Sie ausschließlich ausdrücklich für den jeweiligen Zweck vorgesehene Anzündhilfen.

Ist Anzündholz umweltfreundlich?

Naturbelassenes Anzündholz kann chemische Anzündhilfen ersetzen und wird häufig aus Nebenprodukten der Holzverarbeitung hergestellt. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Verbrennung schadstofffrei oder automatisch klimaneutral ist.

Auch bei sachgerechter Holzverbrennung entstehen Kohlendioxid und Luftschadstoffe. Bei unvollständiger Verbrennung können unter anderem Feinstaub, Kohlenmonoxid, Methan, Ruß und organische Schadstoffe freigesetzt werden. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Holzöfen die Luftqualität in Wohngebieten erheblich belasten können.

Quelle: Umweltbundesamt: Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen in Wohngebieten.

Die Umweltwirkung lässt sich verbessern, wenn Sie:

  • nur trockenes und naturbelassenes Holz verwenden,
  • die zum Ofen passende Anheizmethode nutzen,
  • die Luftzufuhr nicht zu früh drosseln,
  • den Feuerraum nicht überfüllen,
  • eine moderne und fachgerecht gewartete Feuerstätte betreiben,
  • regional verfügbare Reststücke statt eigens gefertigter Importware kaufen.

Gehört Holzasche in den Garten?

Holzasche sollte nicht pauschal als unbedenklicher Dünger empfohlen werden. Neben Pflanzennährstoffen können sich darin Schwermetalle und andere unerwünschte Stoffe anreichern. Außerdem besitzt Asche einen hohen pH-Wert und kann Böden bei falscher Dosierung überkalken.

Die sichere Standardlösung für kleine Mengen vollständig abgekühlter Kaminasche ist die Entsorgung über den Restmüll, sofern die örtliche Abfallsatzung nichts anderes festlegt. Füllen Sie heiße Asche niemals direkt in eine Kunststofftonne. Selbst scheinbar kalte Asche kann noch lange Glutnester enthalten.

Anzündholz, Holzwolle oder Anzündwürfel?

Diese Produkte erfüllen unterschiedliche Aufgaben und werden häufig miteinander verwechselt:

Produkt Aufgabe Vorteil Zu beachten
Anzündholz Überträgt die Flamme auf große Scheite Natürlich, günstig und selbst herstellbar Muss ausreichend trocken sein
Holzwolle-Wachs-Anzünder Liefert die erste Flamme Lange Brenndauer und einfache Anwendung Nur geeignete, geprüfte Produkte nutzen
Feste Anzündwürfel Liefert die erste Flamme Kompakt und gut dosierbar Produkt muss für Kamin oder Grill freigegeben sein
Birkenrinde Kann als natürliche Zündhilfe dienen Leicht entzündlich Nicht von lebenden Bäumen ablösen
Zeitungspapier Traditionelle Notlösung Leicht verfügbar Ascheflug und unsauberer Abbrand möglich

Ein Anzünder ersetzt das Anzündholz normalerweise nicht. Er brennt zwar einige Minuten, entwickelt aber nicht immer genug Flammenvolumen, um große Scheite direkt und sauber zu entzünden. Das Kleinholz vergrößert die Flamme und stabilisiert den Übergang zum Hauptbrennstoff.

Anzündholz kaufen oder selber machen?

Gekauftes Anfeuerholz spart Arbeit und ist direkt auf eine handliche Größe zugeschnitten. Für Haushalte, die nur gelegentlich den Kamin nutzen, ist ein kleiner Karton oft die bequemste Lösung.

Wer regelmäßig Holz sägt und spaltet, besitzt dagegen meist genügend geeignete Abschnitte. Selbst hergestelltes Kleinholz ist dann günstiger und nutzt Reststücke sinnvoll. Voraussetzung bleibt, dass Herkunft und Behandlung eindeutig bekannt sind.

Beim Kauf lohnt sich der Blick auf:

  • Preis pro Kilogramm,
  • angegebene Holzart,
  • Feuchtewert oder Trocknungsart,
  • regionale Herkunft,
  • Anteil unbrauchbarer Splitter,
  • Verpackungsmaterial und Transportweg.

Wer den Brennstoffbedarf insgesamt vergleichen möchte, findet im Ratgeber Brennholz umrechnen Erklärungen zu Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter. Informationen zu gepressten Brennstoffen bietet der Beitrag über Hartholzbriketts und ihre Eigenschaften.

Fazit: Trocken, dünn und luftig aufgebaut

Gutes Anzündholz muss keine komplizierten Anforderungen erfüllen. Es sollte trocken, naturbelassen, passend zur Feuerstätte zugeschnitten und deutlich dünner als das eigentliche Brennholz sein. Fichte, Tanne und Kiefer eignen sich besonders gut, weil fein gespaltene Stücke rasch Feuer fangen.

Der Aufbau entscheidet ebenso stark über das Ergebnis wie die Holzart. Legen Sie das Kleinholz locker und mit Zwischenräumen auf die größeren Scheite, sofern Ihr Ofen für das Anzünden von oben ausgelegt ist. Öffnen Sie die Luftzufuhr nach Herstellerangabe und reduzieren Sie sie erst, wenn das Feuer stabil brennt.

Verzichten Sie auf lackierte Bretter, Spanplatten, behandeltes Palettenholz und flüssige Brandbeschleuniger. So startet das Feuer nicht nur zuverlässiger, sondern auch sicherer und emissionsärmer.

Häufige Fragen zu Anzündholz

Welches Holz eignet sich am besten als Anzündholz?

Trockenes Fichten-, Tannen- oder Kiefernholz eignet sich besonders gut. Diese Weichhölzer lassen sich leicht spalten und entzünden sich schneller als dichtes Hartholz. Auch Birke oder sehr fein gespaltene Buche können verwendet werden.

Wie trocken muss Anzündholz sein?

Ein Wert von ungefähr 15 bis 20 Prozent Holzfeuchte ist für die Praxis gut geeignet. Naturbelassenes stückiges Holz darf nach der 1. BImSchV nur mit einem Feuchtegehalt unter 25 Prozent eingesetzt werden. Gemessen wird am besten auf einer frisch gespaltenen Innenfläche.

Wie dick sollte Anmachholz sein?

Für viele Öfen sind Stücke mit etwa 1 bis 3 Zentimetern Kantenstärke praktisch. Einige dünnere Splitter entzünden sich besonders schnell, während etwas dickere Stäbchen die Flamme länger halten. Die Länge sollte zum Feuerraum passen und liegt häufig zwischen 15 und 25 Zentimetern.

Wie viel Anzündholz braucht man pro Feuer?

Bei einem durchschnittlichen Kaminofen reichen oft sechs bis zwölf Stäbchen. Die genaue Menge hängt von Holzart, Stückstärke, Ofengröße und Anzünder ab. Das Holz muss locker liegen, weil ein zu dichter Stapel die Sauerstoffzufuhr behindert.

Wird ein Kamin von oben oder unten angezündet?

Bei den meisten modernen Scheitholzöfen wird das Anzünden von oben empfohlen. Dabei liegen die großen Scheite unten und das Anzündmodul oben. Maßgeblich ist jedoch immer die Bedienungsanleitung der Feuerstätte.

Darf man Palettenholz als Anzündholz verwenden?

Nur wenn Herkunft, Kennzeichnung, Sauberkeit und Behandlung zweifelsfrei bekannt sind. Lackiertes, verunreinigtes, imprägniertes oder chemisch behandeltes Palettenholz darf nicht verbrannt werden. Bei unbekannter Herkunft sollte auf die Verwendung verzichtet werden.

Kann man Dachlatten als Anzündholz nutzen?

Unbehandelte Massivholzabschnitte können geeignet sein. Sie dürfen weder imprägniert noch lackiert, beschichtet oder verleimt sein. Bei alten oder unbekannten Baustoffresten lässt sich eine frühere Behandlung oft nicht sicher ausschließen.

Warum qualmt das Anzündholz?

Häufige Ursachen sind zu hohe Holzfeuchte, zu dicke Stücke, fehlende Verbrennungsluft oder ein zu dicht aufgebautes Holzpaket. Auch ein kalter Schornstein oder ungünstige Zugverhältnisse können Rauch verursachen. Wiederkehrende Probleme sollte ein Schornsteinfeger oder Ofenfachbetrieb prüfen.

Darf Holzasche als Dünger verwendet werden?

Holzasche sollte nicht pauschal im Garten verteilt werden. Sie kann Schwermetalle enthalten, besitzt einen hohen pH-Wert und lässt sich leicht überdosieren. Kleine Mengen vollständig erkalteter Kaminasche gehören im Regelfall in den Restmüll, wobei die örtlichen Entsorgungsvorgaben gelten.

Wie lagert man Anzündholz richtig?

Anzündholz sollte trocken, luftig und vor Niederschlag geschützt lagern. Es darf keinen direkten Kontakt zu feuchtem Boden haben und muss mit ausreichendem Abstand zur Feuerstätte aufbewahrt werden. Vollständig geschlossene Kunststoffbehälter eignen sich nur, wenn das Holz absolut trocken ist.

Quellen und weiterführende Informationen

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