Brennholz-Heizwert: Große Tabelle und Tipps für maximale Wärme

Der Heizwert von Brennholz zeigt, wie viel Energie beim Verbrennen freigesetzt wird. Für einen fairen Vergleich reicht der Blick auf die Holzart allerdings nicht aus. Wassergehalt, Gewicht, Stapelmaß, Scheitlänge und Ofenwirkungsgrad bestimmen gemeinsam, wie viel Wärme am Ende tatsächlich im Raum ankommt.

Ein trockener Raummeter Buche liefert beispielsweise mehr Energie als ein Raummeter Fichte. Pro Kilogramm unterscheiden sich beide Holzarten jedoch nur wenig. Wer Brennholz kaufen und Angebote vergleichen möchte, sollte deshalb immer auf dieselbe Maßeinheit und denselben Wassergehalt achten.

Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Kennzahlen, liefert eine belastbare Brennholz-Heizwert-Tabelle und zeigt, wie sich die tatsächlichen Kosten pro Kilowattstunde berechnen lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trockenes Scheitholz mit 20 Prozent Wassergehalt liefert je nach Holzart ungefähr 3,9 bis 4,1 Kilowattstunden pro Kilogramm.
  • Hartholz liefert pro Raummeter meist mehr Energie, weil es eine höhere Dichte besitzt.
  • Der Wassergehalt beeinflusst den Heizwert stärker als die Holzart.
  • Für einen sauberen Ofenbetrieb sollte Brennholz höchstens etwa 20 Prozent Wasser enthalten.
  • Brennholzpreise lassen sich am zuverlässigsten über die Kosten pro Kilowattstunde vergleichen.

Welches Brennholz hat den höchsten Heizwert?

Dichte Harthölzer wie Buche, Eiche, Esche oder Robinie liefern pro Raummeter besonders viel Energie. Pro Kilogramm liegen trockene Holzarten dagegen erstaunlich dicht beieinander. Nadelholz kann pro Kilogramm sogar einen leicht höheren Heizwert erreichen, benötigt wegen seiner geringeren Dichte aber mehr Lagerraum.

Für die Praxis bedeutet das: Wer nur wenig Platz für seinen Holzvorrat hat, fährt mit dichtem Hartholz meist besser. Wer günstig einkaufen kann und ausreichend Lagerfläche besitzt, kann auch mit Fichte, Kiefer oder Tanne wirtschaftlich heizen.

Brennholz-Heizwert-Tabelle: Holzarten im Vergleich

Heizwertangaben sind nur vergleichbar, wenn sie sich auf denselben Wassergehalt und dieselbe Maßeinheit beziehen. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für Scheitholz mit rund 20 Prozent Wassergehalt.

[Bildinhalt mit KI erstellt]
Holzart Heizwert pro kg Gewicht pro Raummeter Heizwert pro Raummeter Heizöläquivalent
Buche ca. 3,97 kWh ca. 368 kg ca. 1.458 kWh ca. 146 Liter
Eiche ca. 3,92 kWh ca. 366 kg ca. 1.432 kWh ca. 144 Liter
Kiefer ca. 4,14 kWh ca. 301 kg ca. 1.243 kWh ca. 125 Liter
Fichte ca. 4,06 kWh ca. 271 kg ca. 1.096 kWh ca. 110 Liter
Richtwerte des Technologie- und Förderzentrums für Scheitholz mit 20 Prozent Wassergehalt. [Bildinhalt mit KI erstellt]

Die Werte zeigen einen wichtigen Unterschied: Kiefer und Fichte erreichen pro Kilogramm einen ähnlich hohen oder sogar etwas höheren Heizwert als Buche und Eiche. Bezogen auf einen Raummeter liegen die beiden Nadelhölzer dennoch deutlich zurück. Der Grund ist ihre geringere Dichte.

Ein Raummeter Buche enthält wesentlich mehr Holzmasse als ein Raummeter Fichte. Deshalb liefert er mehr Energie, obwohl der Heizwert pro Kilogramm etwas niedriger liegt.

Quelle: Technologie- und Förderzentrum Bayern: Heizwerttabellen für verschiedene Holzarten

Weitere Brennholzarten im Vergleich

Nicht für jede Holzart liegen einheitliche Werte pro Raummeter vor, die unter identischen Bedingungen ermittelt wurden. Die folgende Einordnung berücksichtigt deshalb vor allem Dichte, Brennverhalten und typische Verwendung.

Holzart Energie pro Volumen Brennverhalten Typische Verwendung
Robinie Sehr hoch Langsamer Abbrand, kräftige Glut Dauerbrand und Speicherofen
Esche Hoch Ruhig und gleichmäßig Kaminofen und Kachelofen
Ahorn Hoch Gleichmäßiger Abbrand Wohnraumofen
Birke Mittel bis hoch Lebhaftes Flammenbild Kaminofen und Sichtfeuer
Lärche Mittel Schneller, heißer Abbrand Anheizen und Übergangszeit
Douglasie Mittel Schnell und harzreich Anheizen und schnelles Aufwärmen
Tanne Eher niedrig Schneller Abbrand Anzündholz und kurze Heizphasen
Pappel Niedrig Sehr schneller Abbrand Anheizen bei guter Trocknung

Was bedeutet der Heizwert von Brennholz?

Der Heizwert beschreibt die Wärmemenge, die bei der vollständigen Verbrennung eines Brennstoffs nutzbar wird. Die Energie, die im Wasserdampf des Abgases steckt, wird dabei nicht mitgerechnet.

In technischen Unterlagen wird der Heizwert häufig mit Hi oder Hu bezeichnet. Bei Brennholz begegnen Verbrauchern vor allem drei Einheiten:

  • Kilowattstunden pro Kilogramm: Diese Angabe zeigt, wie viel Energie in einem Kilogramm Holz steckt.
  • Kilowattstunden pro Raummeter: Diese Angabe zeigt die Energie in einem Kubikmeter ordentlich gestapelter Holzscheite.
  • Kilowattstunden pro Schüttraummeter: Diese Angabe bezieht sich auf einen Kubikmeter lose geschütteter Scheite.

Die Einheit pro Kilogramm eignet sich für einen Vergleich verschiedener Holzarten nach Gewicht. Beim praktischen Brennholzkauf ist jedoch häufig der Wert pro Raummeter oder Schüttraummeter wichtiger.

Heizwert und Brennwert sind nicht dasselbe

Heizwert und Brennwert werden häufig verwechselt. Der Brennwert berücksichtigt zusätzlich die Energie, die bei der Kondensation des Wasserdampfs im Abgas frei werden kann. Er liegt daher über dem Heizwert.

Ein klassischer Kaminofen nutzt diese Kondensationswärme normalerweise nicht. Für den Vergleich von Brennholz in einem gewöhnlichen Kamin- oder Kachelofen ist der Heizwert deshalb die praxisnähere Kennzahl.

Anders sieht es bei speziellen Holzbrennwertkesseln aus. Solche Anlagen können einen Teil der im Wasserdampf enthaltenen Energie zurückgewinnen. Sie sind technisch jedoch nicht mit einem normalen Kaminofen vergleichbar.

Warum die Holzfeuchtigkeit den Heizwert stark beeinflusst

Frisch geschlagenes Holz enthält viel Wasser. Bevor es sauber verbrennen kann, muss dieses Wasser erhitzt und verdampft werden. Dafür wird ein Teil der im Holz gespeicherten Energie benötigt.

Diese Wärme steht anschließend nicht mehr für die Beheizung des Raumes zur Verfügung. Sie verlässt die Feuerstätte größtenteils zusammen mit dem Wasserdampf durch den Schornstein.

Der Wassergehalt beeinflusst den Heizwert deshalb stärker als die Baumart. Während lufttrockenes Holz meist zwischen 12 und 20 Prozent Wasser enthält, kann waldfrisches Holz einen Wassergehalt von 45 bis 60 Prozent erreichen.

Heizwert von Buchenholz nach Wassergehalt

Wassergehalt Heizwert pro kg Heizwert pro Raummeter Einordnung
10 Prozent ca. 4,53 kWh ca. 1.613 kWh Sehr trocken
20 Prozent ca. 3,97 kWh ca. 1.458 kWh Für Kaminöfen geeignet
30 Prozent ca. 3,39 kWh ca. 1.361 kWh Für einen sauberen Ofenbetrieb zu feucht
50 Prozent ca. 2,22 kWh ca. 1.252 kWh Waldfrisches oder kaum getrocknetes Holz
Heizwert von Buchen-Scheitholz in Abhängigkeit vom Wassergehalt. [Bildinhalt mit KI erstellt]

Der Heizwert pro Kilogramm nimmt mit steigendem Wassergehalt deutlich ab. Der Rückgang pro Raummeter erscheint zunächst geringer, weil feuchtes Holz schwerer ist. Dieses zusätzliche Gewicht besteht jedoch aus Wasser und ist kein Qualitätsmerkmal.

Wer Brennholz nach Gewicht kauft, bezahlt bei feuchter Ware einen erheblichen Anteil Wasser mit. Bei Angeboten nach Raummeter oder Schüttraummeter spielt zusätzlich die Stapel- beziehungsweise Schüttdichte eine Rolle.

Holzfeuchte und Wassergehalt richtig unterscheiden

Die Begriffe Holzfeuchte und Wassergehalt werden im Alltag oft gleich verwendet. Fachlich beschreiben sie jedoch verschiedene Werte.

  • Wassergehalt: Der Wasseranteil wird auf die gesamte feuchte Masse des Holzscheits bezogen.
  • Holzfeuchte: Der Wasseranteil wird auf die absolut trockene Holzmasse bezogen.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Ein Scheit enthält 800 Gramm trockene Holzsubstanz und 200 Gramm Wasser. Insgesamt wiegt es 1.000 Gramm.

  • Der Wassergehalt beträgt 20 Prozent, weil 200 Gramm Wasser in 1.000 Gramm Gesamtmasse enthalten sind.
  • Die Holzfeuchte beträgt 25 Prozent, weil 200 Gramm Wasser auf 800 Gramm trockene Holzmasse bezogen werden.

Umrechnungsformel:

Wassergehalt = Holzfeuchte ÷ (100 + Holzfeuchte) × 100

Beispiel: 25 ÷ 125 × 100 = 20 Prozent Wassergehalt

Der Grenzwert der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bezieht sich auf die Holzfeuchte bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht. Eine Holzfeuchte von 25 Prozent entspricht ungefähr einem Wassergehalt von 20 Prozent.

Rechtsquelle: § 3 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes

Holzfeuchte richtig messen

Eine Messung an der Rinde oder an einer alten Stirnfläche liefert kein zuverlässiges Bild. Außen kann ein Holzscheit bereits trocken wirken, während sein Kern noch deutlich feuchter ist.

So führen Sie eine möglichst aussagekräftige Messung durch:

  1. Entnehmen Sie mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen des Holzstapels.
  2. Spalten Sie jeden Prüfscheit unmittelbar vor der Messung.
  3. Messen Sie auf der frisch entstandenen Spaltfläche.
  4. Setzen Sie die Messspitzen möglichst quer zum Verlauf der Holzfasern an.
  5. Prüfen Sie mehrere Stellen im mittleren Bereich des Scheits.
  6. Bilden Sie aus den einzelnen Messungen einen Durchschnittswert.

Einfache Holzfeuchtemessgeräte liefern Näherungswerte. Holzart, Temperatur, Messrichtung und Eindringtiefe können das Ergebnis beeinflussen. Für eine stichprobenartige Kontrolle einer Brennholzlieferung reicht ein korrekt verwendetes Gerät meist aus.

Prüfen Sie vor der Messung, ob das Gerät die Holzfeuchte oder den Wassergehalt anzeigt. Ein Wert von 20 Prozent Holzfeuchte ist nicht dasselbe wie 20 Prozent Wassergehalt.

Hartholz oder Weichholz: Was heizt besser?

Die Begriffe Hartholz und Weichholz beziehen sich in diesem Zusammenhang vor allem auf die Dichte. Sie bedeuten nicht, dass Weichholz grundsätzlich ein schlechter Brennstoff ist.

Trockenes Nadelholz kann einen hohen Heizwert pro Kilogramm erreichen und bei passender Luftzufuhr sauber verbrennen. Dichtes Laubholz enthält dagegen pro Raummeter mehr Holzmasse und damit mehr Energie.

Vorteile von Hartholz

Hartholz wie Buche, Eiche, Esche oder Robinie brennt meist ruhig und gleichmäßig. Es bildet ein lang anhaltendes Glutbett und muss seltener nachgelegt werden.

  • Hoher Energiegehalt pro Raummeter
  • Lange Glutdauer
  • Ruhiger und gleichmäßiger Abbrand
  • Weniger häufiges Nachlegen
  • Gut für Kamin-, Kachel- und Speicheröfen geeignet

Eiche sollte ausreichend lange trocknen und mit genügend Verbrennungsluft verfeuert werden. Ein stark gedrosselter Schwelbrand ist allerdings bei keiner Holzart sinnvoll.

Vorteile von Weichholz

Weichholz wie Fichte, Kiefer oder Tanne lässt sich leicht entzünden. Es erreicht schnell eine hohe Temperatur und eignet sich deshalb gut zum Anheizen.

  • Schnelles Entzünden
  • Rasche Wärmeabgabe
  • Gut als Anzündholz geeignet
  • Praktisch für kurze Heizphasen
  • Oft günstiger als dichtes Laubholz

Harzreiches Holz kann Funken werfen. Das ist besonders bei offenen Feuerstellen und beim Öffnen der Ofentür zu beachten. In einem geschlossenen, dafür geeigneten Kaminofen darf trockenes Nadelholz grundsätzlich verbrannt werden, sofern der Hersteller keine abweichenden Vorgaben macht.

Eine Mischung ist häufig die beste Lösung

In der Praxis bewährt sich häufig eine Mischung aus Hart- und Weichholz. Fichte oder Kiefer bringen den kalten Ofen schnell auf Temperatur. Danach sorgen Buche, Eiche oder Esche für einen ruhigeren und länger anhaltenden Abbrand.

So lassen sich die Vorteile beider Holzgruppen nutzen. Die passende Zusammenstellung hängt vom Ofentyp, der gewünschten Heizdauer und dem verfügbaren Lagerplatz ab.

Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter

Beim Brennholzkauf entstehen viele Missverständnisse durch unterschiedliche Maßeinheiten. Die Bezeichnung „ein Kubikmeter Holz“ reicht für einen fairen Preisvergleich nicht aus.

Festmeter

Ein Festmeter bezeichnet einen Kubikmeter massive Holzmasse ohne Luftzwischenräume. Die Einheit wird vor allem in der Forstwirtschaft und im professionellen Holzhandel verwendet.

Raummeter

Ein Raummeter, auch Ster genannt, ist ein Kubikmeter ordentlich gestapeltes Holz einschließlich der Zwischenräume zwischen den Scheiten.

Schüttraummeter

Ein Schüttraummeter besteht aus einem Kubikmeter lose geschütteter Holzscheite. Da die Scheite nicht geordnet gestapelt werden, enthält die Menge größere Luftzwischenräume.

Ausgangsmenge Ungefähre Entsprechung
1 Festmeter Buche oder Eiche ca. 1,98 Raummeter Meterscheite
1 Festmeter Fichte oder Kiefer ca. 1,80 Raummeter Meterscheite
1 Festmeter Holz ca. 2,43 Schüttraummeter
1 Raummeter häufig ca. 1,4 bis 1,6 Schüttraummeter
Richtwerte. Scheitlänge, Spaltform und Schüttung können das tatsächliche Verhältnis verändern. [Bildinhalt mit KI erstellt]

Kurze Scheite können beim Schütten dichter zusammenrutschen als lange Stücke. Auch Krümmung, Spaltform, Rindenanteil und Holzart beeinflussen die Luftzwischenräume.

Fragen Sie den Händler deshalb immer nach:

  • der genauen Holzart,
  • dem Wassergehalt,
  • der Scheitlänge,
  • der Maßeinheit,
  • der Art der Befüllung und
  • den enthaltenen Lieferkosten.

Weitere Grundlagen zu den Maßeinheiten finden Sie im Ratgeber zum Festmeter Holz.

Brennholzpreise richtig vergleichen

Der Preis pro Raummeter zeigt nur, wie viel die gelieferte Menge kostet. Er verrät noch nicht, wie viel Energie Sie dafür erhalten.

Ein scheinbar günstiges Angebot kann teuer sein, wenn das Holz feucht, leicht oder locker geschüttet ist. Für einen fairen Vergleich sollten Sie deshalb die Kosten pro Kilowattstunde Brennstoffenergie berechnen.

Formel:

Preis der Holzmenge ÷ enthaltener Heizwert = Kosten pro Kilowattstunde

Beispiel für einen Raummeter Buche

Ein Raummeter Buche mit 20 Prozent Wassergehalt kostet in diesem Beispiel 160 Euro. Der Richtwert für den enthaltenen Heizwert beträgt rund 1.458 Kilowattstunden.

160 Euro ÷ 1.458 kWh = 0,1097 Euro pro kWh

Die Brennstoffenergie kostet damit rund 11,0 Cent pro Kilowattstunde.

Beispiel für einen Raummeter Fichte

Ein Raummeter Fichte kostet 115 Euro und enthält bei 20 Prozent Wassergehalt ungefähr 1.096 Kilowattstunden.

115 Euro ÷ 1.096 kWh = 0,1049 Euro pro kWh

Die Brennstoffenergie kostet damit rund 10,5 Cent pro Kilowattstunde.

In diesem Beispiel wäre Fichte energetisch etwas günstiger. Für dieselbe Energiemenge wird jedoch mehr Lagerraum benötigt. Außerdem muss bei der Verbrennung häufiger nachgelegt werden.

Transport und Aufbereitung einrechnen

Für einen realistischen Vergleich müssen auch Nebenkosten berücksichtigt werden. Dazu gehören:

  • Lieferkosten,
  • Kosten für Sägen und Spalten,
  • Aufwand für das Einstapeln,
  • zusätzlicher Lagerraum und
  • eine notwendige Nachtrocknung.

Vollständige Berechnung:

Holzpreis + Lieferung + Aufbereitungskosten = Gesamtkosten

Gesamtkosten ÷ Heizwert der gelieferten Menge = Kosten pro Kilowattstunde

Wie viel Wärme kommt tatsächlich im Raum an?

Der Heizwert beschreibt die im Brennstoff enthaltene Energie. Nicht jede Kilowattstunde gelangt als Wärme in den Raum. Ein Teil der Energie verlässt den Ofen über das Abgas oder geht durch eine unvollständige Verbrennung verloren.

Wie viel Wärme tatsächlich genutzt wird, hängt vom Wirkungsgrad der Feuerstätte ab.

Formel:

Brennstoffenergie × Wirkungsgrad = nutzbare Wärme

Ein Raummeter Buche enthält bei 20 Prozent Wassergehalt ungefähr 1.458 Kilowattstunden Brennstoffenergie. Arbeitet der Ofen unter den jeweiligen Bedingungen mit einem Wirkungsgrad von 75 Prozent, ergeben sich rechnerisch rund 1.094 Kilowattstunden nutzbare Wärme.

1.458 kWh × 0,75 = 1.093,5 kWh

Der tatsächliche Wert kann abweichen. Folgende Faktoren können die Wärmeausbeute verschlechtern:

  • zu feuchtes Brennholz,
  • zu große oder zu dicke Scheite,
  • zu stark gedrosselte Luftzufuhr,
  • ein verschmutzter Ofen,
  • ungeeigneter Schornsteinzug und
  • häufiger Schwelbrand.

Beachten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Kamins oder Kaminofens. Dort finden Sie Angaben zur geeigneten Scheitlänge, zur maximalen Brennstoffmenge und zur Einstellung der Verbrennungsluft.

Brennholz richtig lagern

Frisches Holz wird nicht allein durch langes Liegen zu gutem Brennholz. Für eine wirksame Trocknung braucht es Luftbewegung, Schutz vor Regen und möglichst große offene Holzflächen.

Ungespaltene Rundlinge trocknen deutlich langsamer als gespaltene Scheite. Das Holz sollte daher möglichst früh auf die passende Länge gesägt und gespalten werden.

  • Lagern Sie das Holz auf einem trockenen und stabilen Unterbau.
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt zum Erdreich.
  • Wählen Sie möglichst einen sonnigen und windoffenen Standort.
  • Schützen Sie die Oberseite vor Regen und Schnee.
  • Lassen Sie die Seiten für die Luftzirkulation offen.
  • Wickeln Sie den Holzstapel nicht vollständig in Folie ein.
  • Halten Sie zwischen Holzstapel und Hauswand einen Luftspalt ein.
  • Spalten Sie dicke Rundlinge vor der Einlagerung.

Je nach Holzart, Scheitgröße und Lagerbedingungen kann die Trocknung ein bis zwei Jahre dauern. Dünn gespaltene Fichte trocknet an einem windigen Standort meist schneller als dicke oder ungespaltene Eiche.

Eine pauschale Lagerdauer ist deshalb weniger aussagekräftig als eine Messung im frisch gespaltenen Scheit.

Quelle: Umweltbundesamt: Kaminofen effizient und emissionsarm nutzen

Brennholz sauber und effizient verbrennen

Ein hoher Heizwert garantiert noch keine saubere Verbrennung. Nasses Holz, zu wenig Luft und ein kalter Feuerraum fördern Rauch, Ruß und unverbrannte Bestandteile im Abgas.

Auch das dauerhafte Drosseln der Luftzufuhr ist problematisch. Das Holz schwelt, statt mit einer ausreichend hohen Temperatur zu verbrennen. Dadurch sinkt die nutzbare Wärmeausbeute.

Für viele moderne Kaminöfen eignet sich das Anzünden von oben. Dabei liegen die größeren Scheite unten. Darauf kommen kleinere Holzstücke und geeignete Anzünder. Die Flamme arbeitet sich anschließend von oben nach unten.

Die Bedienungsanleitung des Ofens hat jedoch immer Vorrang. Manche Feuerstätten benötigen eine andere Anordnung oder Luftführung.

Verbrennen Sie nur zugelassene und naturbelassene Brennstoffe. Nicht in den Kaminofen gehören:

  • lackiertes Holz,
  • beschichtetes Holz,
  • verleimte Platten,
  • mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz,
  • Kunststoff,
  • Hausmüll und
  • bedruckte Verpackungen.

Eine gute Verbrennung erkennen Sie meist an lebhaften Flammen, einer hellen Feuerraumauskleidung und feiner, heller Asche. Dunkler Rauch, eine dauerhaft verrußte Scheibe oder ein stechender Geruch können auf ungeeignetes Holz oder eine falsche Bedienung hinweisen.

Checkliste für den Brennholzkauf

Bezeichnungen wie „trocken“, „abgelagert“ oder „ofenfertig“ werden im Handel nicht immer einheitlich verwendet. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf solche Begriffe.

Prüfen Sie vor dem Kauf folgende Angaben:

  • Holzart: Handelt es sich um sortenreines Holz oder eine Mischung?
  • Wassergehalt: Liegt er bei höchstens etwa 20 Prozent?
  • Bezugsgröße: Nennt der Händler den Wassergehalt oder die Holzfeuchte?
  • Maßeinheit: Kaufen Sie Raummeter, Schüttraummeter oder Kilogramm?
  • Scheitlänge: Passen die Scheite in den Feuerraum?
  • Scheitdicke: Sind dicke Rundlinge ausreichend gespalten?
  • Lieferkosten: Sind Transport und Abladen im Preis enthalten?
  • Herkunft: Ist das Holz naturbelassen und unbehandelt?
  • Rechnung: Sind Menge, Holzart und Maßeinheit nachvollziehbar aufgeführt?

Messen Sie bei einer größeren Lieferung mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen. Ein einzelner trockener Scheit sagt wenig über die gesamte Lieferung aus.

Häufige Fragen zum Brennholz-Heizwert

Wie hoch ist der Heizwert von einem Kilogramm Brennholz?

Lufttrockenes Brennholz mit 20 Prozent Wassergehalt liefert je nach Holzart ungefähr 3,9 bis 4,1 Kilowattstunden pro Kilogramm. Nadelholz liegt pro Kilogramm häufig leicht über Laubholz. Pro Raummeter liefert dichtes Laubholz dennoch mehr Energie.

Wie viel Heizwert hat ein Raummeter Buche?

Ein Raummeter Buchen-Scheitholz mit 20 Prozent Wassergehalt enthält nach den Richtwerten des Technologie- und Förderzentrums ungefähr 1.458 Kilowattstunden. Der tatsächliche Wert hängt von Stapeldichte, Scheitlänge, Rindenanteil und Feuchtigkeit ab.

Wie viel Heizwert hat ein Raummeter Eiche?

Ein Raummeter Eichen-Scheitholz mit 20 Prozent Wassergehalt enthält ungefähr 1.432 Kilowattstunden. Damit liegt Eiche nur leicht unter dem Vergleichswert für Buche.

Hat Buche oder Eiche den höheren Heizwert?

Bei gleichem Wassergehalt liegt Buche in den Vergleichsdaten pro Kilogramm und pro Raummeter leicht vor Eiche. In der Praxis können Unterschiede bei Restfeuchtigkeit und Stapeldichte größer sein als der Abstand zwischen beiden Holzarten.

Warum hat Fichte pro Kilogramm einen hohen Heizwert?

Fichtenholz erreicht pro Kilogramm einen ähnlich hohen oder leicht höheren Heizwert als viele Laubhölzer. Fichte besitzt jedoch eine geringere Dichte. Deshalb enthält ein Raummeter Fichte weniger Holzmasse und weniger Energie als ein Raummeter Buche.

Welche Feuchtigkeit sollte Brennholz haben?

Für einen sauberen und effizienten Ofenbetrieb sollte Brennholz ungefähr 20 Prozent Wassergehalt oder weniger besitzen. Das entspricht einer Holzfeuchte von etwa 25 Prozent bezogen auf die trockene Holzmasse.

Wie viel Brennholz ersetzt einen Liter Heizöl?

Ein Liter Heizöl entspricht energetisch ungefähr zehn Kilowattstunden. Dafür werden je nach Holzart und Wassergehalt ungefähr 2,4 bis 2,6 Kilogramm trockenes Scheitholz benötigt. Für einen Kostenvergleich muss auch der Wirkungsgrad der jeweiligen Heizgeräte berücksichtigt werden.

Ist ein Schüttraummeter genauso viel wie ein Raummeter?

Nein. Ein Schüttraummeter enthält mehr Luftzwischenräume als ein ordentlich gestapelter Raummeter. Je nach Scheitlänge und Schüttung entsprechen häufig etwa 1,4 bis 1,6 Schüttraummeter einem Raummeter.

Welches Holz eignet sich am besten zum Anheizen?

Trockenes Fichten-, Kiefern- oder Tannenholz eignet sich gut zum Anheizen. Es lässt sich leicht entzünden und bringt den Feuerraum schnell auf Temperatur. Für einen langen Abbrand kann anschließend dichteres Hartholz nachgelegt werden.

Kann Brennholz zu trocken sein?

Sehr trockenes und dünnes Holz kann ungewöhnlich schnell abbrennen. Maßgeblich sind die Vorgaben des Ofenherstellers. Unter normalen Lagerbedingungen erreicht Brennholz in Deutschland meist keinen problematisch niedrigen Wassergehalt.

Fazit: Trockenheit ist wichtiger als die Holzart

Der Brennholz-Heizwert lässt sich nur zusammen mit Wassergehalt, Maßeinheit und Stapeldichte sinnvoll bewerten. Buche, Eiche und andere Harthölzer liefern pro Raummeter besonders viel Energie und brennen vergleichsweise lange. Fichte und Kiefer erreichen pro Kilogramm ebenfalls hohe Werte, benötigen für dieselbe Energiemenge aber mehr Lagerraum.

Der größte Hebel bleibt die Trocknung. Holz mit höchstens etwa 20 Prozent Wassergehalt brennt effizienter und sauberer als feuchte Ware. Vergleichen Sie Angebote daher nicht nur anhand des Preises pro Raummeter. Berechnen Sie die Kosten pro Kilowattstunde und kontrollieren Sie größere Lieferungen stichprobenartig mit einem Feuchtemessgerät.

Wer Maßeinheiten, Wassergehalt und Ofenwirkungsgrad berücksichtigt, kann die Qualität einer Lieferung besser beurteilen. So landet mehr Wärme im Raum und weniger Energie ungenutzt im Schornstein.

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