Parkett reparieren: So reparierst du kleine Schäden selbst
Parkett reparieren klingt nach Werkstatt, Staub und Profi-Rechnung. Oft stimmt das gar nicht. Viele kleine Kratzer, Dellen und Kerben lassen sich selbst ausbessern, wenn du zuerst die Oberfläche richtig einschätzt und nicht sofort zum groben Schleifpapier greifst. Genau dort passieren die meisten Fehler: Lackiertes Parkett, geöltes Parkett und gewachstes Parkett reagieren völlig unterschiedlich auf Wasser, Hitze, Wachs, Öl und Reparaturspachtel.
Die gute Nachricht: Wenn nur die Oberfläche verkratzt ist oder eine kleine Stelle offenliegt, brauchst du meist keinen kompletten Bodenschliff. Du brauchst eine ruhige Hand, das passende Reparaturmaterial und ein bisschen Geduld. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Parkettkratzer entfernst, Dellen im Holzboden behandelst, Kerben auffüllst und die Schutzschicht wieder sauber herstellst. Die Kernregel bleibt simpel: Erst prüfen, dann schonend reparieren, am Ende versiegeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Oberfläche bestimmen: Lackiertes, geöltes, gewachstes und hartwachsgeöltes Parkett brauchen unterschiedliche Reparaturmethoden.
- Schaden einordnen: Feine Kratzer liegen oft nur in der Pflege- oder Lackschicht. Tiefe Kerben öffnen das Holz und müssen gefüllt werden.
- Wasser nur mit Vorsicht: Dellen kannst du bei geöltem oder gewachstem Massivholz manchmal aufquellen lassen. Bei beschädigtem Lack ist Wasser tabu.
- Holzstaub ernst nehmen: Beim Schleifen entsteht feiner Staub. Die TRGS 553 zu Holzstaub zeigt, warum Absaugung und Atemschutz bei Holzarbeiten sinnvoll sind.
- Schutzschicht erneuern: Eine optisch schöne Reparatur reicht nicht. Öl, Wachs oder Lack müssen die Stelle wieder gegen Feuchtigkeit und Schmutz schützen.
Wie lässt sich Parkett reparieren?
Kleine Parkettschäden lassen sich je nach Tiefe mit Pflegeöl, Reparaturwachs, Hartwachs, Holzpaste oder Parkettlack ausbessern. Feine Kratzer behandelst du zuerst mit Reinigung und Pflege. Dellen in geöltem oder gewachstem Holz können durch kontrolliertes Anfeuchten teilweise zurückgehen. Kerben und Löcher füllst du mit farblich passendem Wachs oder Holzkitt und versiegelst die Stelle danach wieder.
Parkett reparieren heißt nicht automatisch Parkett abschleifen. Abschleifen ist die stärkere Maßnahme für großflächige Abnutzung. Bei lokalen Schäden geht es zuerst um punktuelle Reparatur, Farbangleichung und Schutz.
Welche Parkettschäden solltest du reparieren?
Nicht jeder Kratzer im Parkett ist ein Grund für eine größere Aktion. Feine Gebrauchsspuren entstehen durch Schuhe, Möbel, Haustiere, Stuhlrollen oder winzige Sandkörner. Sie gehören zur natürlichen Alterung eines Holzbodens. Viele Holzböden gewinnen durch leichte Patina sogar an Charakter.
Handeln solltest du, wenn die schützende Oberfläche durchbrochen wurde. Das gilt für tiefe Kratzer, offene Kerben, Dellen mit Rissen und kleine Löcher. In solchen Vertiefungen sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit. Das Holz kann aufquellen, sich dunkel verfärben oder an den Kanten weiter ausbrechen. Je früher du so eine Stelle reparierst, desto kleiner bleibt der sichtbare Eingriff.
Prüfe den Schaden bei gutem Tageslicht. Fahre vorsichtig mit dem Fingernagel über die Stelle. Bleibt der Nagel deutlich hängen, reicht einfache Pflege meist nicht mehr. Schau dir auch an, ob das Holz nur eingedrückt wurde oder ob Material fehlt. Eine Delle besteht aus zusammengedrückten Holzfasern. Bei einer Kerbe sind Fasern herausgebrochen. Diese Unterscheidung entscheidet über die Reparatur: Dellen können sich unter passenden Bedingungen wieder heben, fehlendes Holz muss aufgefüllt werden.
Die Position zählt ebenfalls. In Eingangsbereichen, Küchen oder unter häufig verschobenen Stühlen ist die Belastung hoch. Dort muss die Reparatur besonders widerstandsfähig sein. Kleine Schäden am Rand oder unter einem Schrank fallen weniger auf, dürfen aber nicht offen bleiben.
| Schadensbild | Typisches Merkmal | Geeignete Reparatur | Risiko bei falscher Methode |
|---|---|---|---|
| Feiner Kratzer | Nur Pflegefilm oder oberste Schutzschicht betroffen | Reinigung, Pflegeöl, Wachs oder Lackpflegemittel | Zu starkes Schleifen macht die Reparaturzone größer |
| Delle | Holzfasern sind eingedrückt, Material fehlt nicht | Bei geöltem oder gewachstem Holz kontrolliert aufquellen lassen | Wasser kann bei Lack unter die Versiegelung laufen |
| Kleine Kerbe | Wenig Holz fehlt | Weichwachs oder Retuschierstift | Unpassender Farbton wirkt wie ein Fleck |
| Tiefe Kerbe | Deutliche Vertiefung, Holz ist offen | Holzpaste, Hartwachs, Parkettspachtel | Offene Stelle nimmt Feuchtigkeit und Schmutz auf |
| Astloch oder größere Fehlstelle | Breite, unregelmäßige Öffnung | Hartwachs oder fester Holzkitt in mehreren Lagen | Zu weiche Füllung hält mechanischer Belastung nicht stand |
| Beschädigte Lackschicht | Schutzfilm ist sichtbar unterbrochen | Trocken ausbessern und mit passendem Lack versiegeln | Feuchtigkeit unter dem Lack erzeugt Ränder oder Aufquellungen |
Lackiert, geölt oder gewachst: Welche Oberfläche hast du?
Bevor du Parkett reparierst, musst du die Oberflächenbehandlung bestimmen. Lackiertes Parkett besitzt eine geschlossene Schutzschicht. Sie liegt wie ein Film auf dem Holz und schützt vor Feuchtigkeit und Abrieb. Geöltes Parkett bleibt offenporiger. Das Öl zieht in das Holz ein, betont die Maserung und lässt sich meist lokal nachpflegen. Wachs bildet eine dünnere, schmutzabweisende Schicht. Hartwachsöl kombiniert Öl und Wachs und ist bei modernen Holzböden sehr verbreitet.
Die Reparaturmöglichkeiten unterscheiden sich spürbar. Geölte und gewachste Flächen verzeihen punktuelle Nacharbeit häufig besser. Kleine Kratzer kannst du oft mit dem vorhandenen Pflegeöl oder einem kompatiblen Hartwachsöl reduzieren. Bei lackiertem Parkett ist eine punktuelle Reparatur anspruchsvoller, weil neuer Lack in Glanzgrad, Farbe oder Struktur abweichen kann.
Wenn du unsicher bist, prüfe die Herstellerunterlagen oder eine unauffällige Stelle unter einem Möbelstück. Geöltes Holz fühlt sich oft natürlicher und etwas wärmer an. Lackierte Flächen wirken glatter und gleichmäßiger. Moderne Mattlacke sehen geölten Böden allerdings ähnlich. Verlass dich deshalb nicht nur auf die Optik.
Bei Fertigparkett kommt die Nutzschicht ins Spiel. Sie bestimmt, wie stark du schleifen darfst. Massivparkett und dicke Holzdielen vertragen mehr Materialabtrag. Dünnes Mehrschichtparkett darf nur vorsichtig bearbeitet werden. Die Produktnorm DIN EN 14342 für Holzfußböden und Parkett beschreibt Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung von Holzfußbodenprodukten. Für die Reparaturpraxis heißt das: Schau nicht nur auf die Holzart, sondern auch auf Aufbau, Nutzschicht und Oberflächenbehandlung.
| Oberfläche | Schutzwirkung | Lokale Reparatur | Umgang mit Wasser | Typischer Abschluss |
|---|---|---|---|---|
| Lackiert | Geschlossene Schutzschicht | Nur begrenzt unsichtbar möglich | Kein Wasser in offene Schäden geben | Reparaturlack oder Lackstift |
| Geölt | Offenporig und natürlich | Meist gut lokal nachzuarbeiten | Kleine Mengen kontrolliert möglich | Pflegeöl oder Hartwachsöl |
| Gewachst | Dünne schmutzabweisende Schicht | Gut mit passendem Wachs reparierbar | Sparsam und nur punktuell anwenden | Pflegewachs oder Hartwachs |
| Hartwachsgeölt | Kombination aus Öl und Wachs | Häufig sehr gut lokal reparierbar | Nur an geeigneten Stellen einsetzen | Kompatibles Hartwachsöl |
Werkzeug und Material: Was brauchst du wirklich?
Viele Reparatursets wirken auf den ersten Blick ähnlich. Entscheidend sind Farbton, Härte und Kompatibilität mit deiner Oberfläche. Für kleine Arbeiten reichen oft wenige Dinge. Nimm lieber gutes Material in passender Farbe als ein großes Set mit unklaren Produkten.
- weiche, fusselfreie Tücher
- Staubsauger mit Bürstenaufsatz oder weicher Handbesen
- milder Parkettreiniger, passend zur Oberfläche
- feines Schleifpapier, meist Körnung 120 bis 240 je nach Arbeitsschritt
- Kunststoffspachtel oder Wachshobel
- Weichwachs für kleine Kerben
- Hartwachs und Schmelzgerät für belastete Fehlstellen
- Holzpaste, Holzkitt oder Parkettspachtel für tiefere Löcher
- Retuschierstifte in mehreren Holztönen
- passendes Pflegeöl, Wachs oder Reparaturlack
Beim Schleifen von Holz entsteht Staub, der nicht in die Atemwege gehört. Für Heimwerker reicht bei kleinen punktuellen Arbeiten oft eine gute Absaugung, Staubmaske und gründliches Reinigen. Die TRGS 553 behandelt Holzstaub als Gefahrstoffthema; das ist ein deutlicher Hinweis, nicht trocken und ungeschützt in der Wohnung herumzuschleifen.
Schritt-für-Schritt: Parkett reparieren ohne unnötigen Schaden
- Schaden prüfen: Ist es ein Kratzer, eine Delle, eine Kerbe oder ein Loch?
- Oberfläche bestimmen: Lack, Öl, Wachs oder Hartwachsöl?
- Schonend reinigen: Staub, Sand und Pflegereste entfernen.
- Test an unauffälliger Stelle machen: Farbton, Glanzgrad und Verträglichkeit prüfen.
- Reparatur durchführen: Kratzer pflegen, Delle behandeln oder Fehlstelle füllen.
- Überstand abnehmen: Wachs, Kitt oder Paste bündig angleichen.
- Schutzschicht erneuern: Öl, Wachs oder Lack passend zum Bestand auftragen.
- Trocknungszeit einhalten: Erst belasten, wenn das Produkt wirklich ausgehärtet ist.
Dieser Ablauf klingt langsam, spart aber Arbeit. Wer zu früh füllt, ohne sauber zu reinigen, schließt Schmutz ein. Wer zu früh lackiert, versiegelt Staub. Und wer zu schnell wieder darüberläuft, drückt frisches Material aus der Reparaturstelle.
Wie entfernst du Kratzer aus dem Parkett?
Feine Kratzer liegen häufig nur im Pflegefilm oder in der obersten Schutzschicht. Reinige die Stelle zuerst mit einem weichen Tuch. Verwende keinen aggressiven Allzweckreiniger. Er kann Öl, Wachs oder Pflegemittel anlösen. Entferne Sand und Staub vollständig, denn einzelne harte Körner ziehen beim Polieren neue Spuren in den Boden.
Bei geöltem oder gewachstem Parkett trägst du danach eine kleine Menge passendes Pflegemittel auf. Arbeite in Faserrichtung und mit leichtem Druck. Oft wird der Kratzer dadurch deutlich unauffälliger. Überschüssiges Öl oder Wachs nimmst du nach Herstellerangabe ab. Danach darf die Stelle bis zur Trocknung nicht betreten werden.
Bei lackiertem Parkett kannst du sehr feine Kratzer mit einem geeigneten Lackpflegemittel behandeln. Tiefere Kratzer brauchen meist einen Lackstift oder Reparaturlack. Wähle nicht nur die Holzfarbe, sondern auch den Glanzgrad. Ein glänzender Reparaturlack fällt auf einer matten Fläche sofort auf. Mehrere dünne Schichten wirken sauberer als ein dicker Auftrag.
Meide Hausmittel wie Speiseöl, Schuhcreme oder farbige Möbelpolitur. Solche Stoffe können klebrige Rückstände hinterlassen und die spätere Haftung von Lack, Wachs oder Holzpaste verschlechtern. Auch starkes Schleifen ist bei oberflächlichen Kratzern selten nötig. Starte mit der mildesten geeigneten Methode und steigere nur, wenn das Ergebnis nicht reicht.
Mini-Test: Ist der Kratzer nur oberflächlich?
- Der Fingernagel bleibt nicht hängen: meist Pflege- oder Politurthema.
- Der Kratzer ist hell und trocken: Oberfläche ist vermutlich angeraut.
- Der Kratzer ist dunkel und offen: Schmutz oder Feuchtigkeit sitzt bereits im Holz.
- Der Kratzer läuft quer zur Maserung: Farbretusche fällt stärker auf, arbeite besonders sparsam.
Wie kannst du Dellen in geöltem Parkett aufquellen lassen?
Dellen entstehen durch herunterfallende Flaschen, Werkzeuge, Spielzeug, Hanteln oder harte Möbelkanten. Dabei wird das Holz zusammengedrückt, ohne dass zwingend Material fehlt. Bei geöltem oder gewachstem Massivholz können sich eingedrückte Fasern durch Feuchtigkeit teilweise wieder aufrichten. Diese Methode eignet sich nur für kleine, klar begrenzte Dellen. Die Oberfläche darf nicht lackiert sein. Risse oder lose Splitter sind ebenfalls ein Ausschlussgrund.
Reinige die Delle trocken. Gib danach wenige Tropfen sauberes Wasser in die Vertiefung. Wirklich wenige. Das Wasser soll in die zusammengedrückten Fasern einziehen, nicht über den Boden laufen. Lass die Feuchtigkeit mehrere Stunden oder über Nacht wirken. Beobachte die Stelle und gib nicht nach Gefühl immer mehr Wasser dazu.
Wenn sich die Fasern heben, muss die Stelle gründlich trocknen. Danach schleifst du aufgerichtete Fasern vorsichtig in Faserrichtung. Für kleine Nacharbeiten eignet sich feines Schleifpapier. Entferne den Schleifstaub vollständig und behandle die Stelle mit dem ursprünglichen Öl, Hartwachsöl oder Wachs. Direkt nach der Behandlung kann der Bereich heller oder dunkler wirken. Solche Unterschiede schwächen sich durch Nutzung, Licht und Pflege oft ab.
Bei lackiertem Parkett darfst du diese Quellmethode nicht anwenden. Ist die Lackschicht beschädigt, kann Wasser unter die Versiegelung gelangen. Dann entstehen milchige Flecken, dunkle Ränder, Aufquellungen oder Lackablösungen. Aus einer kleinen Delle wird schnell ein größerer Schaden.
Wie füllst du Kerben mit Weichwachs oder Hartwachs?
Weichwachs eignet sich für kleine Kerben, feine Löcher und schmale Fehlstellen. Es ist in vielen Holztönen erhältlich und lässt sich ohne Schmelzgerät verarbeiten. Reinige die Stelle gründlich. Lose Holzfasern, Staub und alte Pflegemittel müssen raus. Drücke das Wachs mit einem Kunststoffspachtel in die Kerbe und fülle die Vertiefung vollständig aus.
Ziehe überschüssiges Wachs vorsichtig ab. Kratze dabei nicht über das umliegende Parkett. Für ein natürlicheres Ergebnis kombinierst du mehrere ähnliche Farbtöne. Ein Holzboden ist nie einfarbig. Helle und dunkle Linien ahmen die Maserung besser nach als eine glatte Wachsscheibe. Bei lackiertem Parkett braucht die reparierte Stelle am Ende einen passenden Reparaturlack.
Hartwachs ist fester und widerstandsfähiger. Es eignet sich für größere Fehlstellen, Astlöcher und stärker belastete Bereiche. Das Material wird mit einem Schmelzgerät erwärmt und in die Schadstelle eingebracht. Arbeite in dünnen Lagen, bis die Vertiefung leicht überfüllt ist. Nach dem Erkalten entfernst du den Überstand mit dem beiliegenden Hobel oder Spachtel.
Die Verarbeitung verlangt etwas Übung. Teste Farbton und Schmelztemperatur zuerst an einem Reststück oder an einer kaum sichtbaren Stelle. Ein zu heißes Gerät kann vorhandenen Lack beschädigen. Ein zu heller Wachston sieht schnell künstlich aus. Besser ist meist ein Grundton plus feine dunklere Linien in Maserungsrichtung.
Wie reparierst du tiefe Schadstellen mit Holzpaste?
Tiefe Kerben und Löcher lassen sich nicht immer nur mit Reparaturwachs füllen. Dann brauchst du Holzpaste, Holzkitt oder Parkettspachtel. Diese Materialien bilden einen tragfähigeren Untergrund. Entferne zuerst lose Splitter aus der Vertiefung. Schneide aber kein gesundes Holz weg. Die Ränder der Schadstelle müssen stabil, trocken und sauber sein.
Trage die Holzpaste mit einem schmalen Spachtel in mehreren dünnen Schichten auf. Bei tiefen Löchern kann eine dicke Füllung reißen oder beim Trocknen einsinken. Lass jede Lage nach Herstellerangabe trocknen. Fülle die Stelle am Ende minimal über Bodenniveau. Nach vollständiger Aushärtung schleifst du den Überstand bündig.
Schleife nur die reparierte Stelle und einen möglichst kleinen Randbereich. Arbeite von gröber zu feiner, ohne eine Mulde in das umliegende Parkett zu ziehen. Entferne jeden Schleifstaub. Kleine Rückstände erzeugen unter Lack, Öl oder Wachs raue Punkte.
Danach passt du die Farbe an. Eine Holzpaste im richtigen Ton hilft, ersetzt aber nicht immer die Retusche. Parkett besitzt natürliche Unterschiede in Maserung und Helligkeit. Mit zwei oder drei Retuschierfarben wirkt die Stelle oft glaubwürdiger. Zum Abschluss stellst du die Schutzschicht wieder her: Lack auf lackierten Böden, Öl auf geölten Flächen, Wachs auf gewachstem Parkett.
Ein Profi-Tipp aus der Praxis: Dokumentiere die verwendeten Produkte und Farbtöne. Ein Foto vom Reparaturset, der Produktnummer und dem fertigen Ergebnis erleichtert spätere Ausbesserungen. Bewahre auch kleine Reststücke des ursprünglichen Parketts auf. Sie sind das beste Farbmuster, das du bekommen kannst.
Wann reicht Reparieren nicht mehr?
Einzelne Kratzer, kleine Dellen und lokale Kerben lassen sich gut reparieren. Es gibt aber Grenzen. Wenn sich die Oberfläche großflächig grau, rau oder stumpf anfühlt, ist eher eine Renovierung als eine punktuelle Reparatur nötig. Auch schwarze Feuchteränder, aufgequollene Fugen, lose Stäbe oder wiederkehrende Risse gehören nicht in die Kategorie „kleiner Schönheitsfehler“.
Bei Fertigparkett solltest du besonders auf die Nutzschicht achten. Ist sie sehr dünn oder bereits mehrfach geschliffen, kann ein weiterer Schliff riskant sein. Bei Massivparkett ist mehr Reserve vorhanden. Trotzdem gilt: Erst Materialstärke und Aufbau prüfen, dann entscheiden. Ein Fachbetrieb kann bei wertvollem Parkett oft einschätzen, ob lokale Reparatur, Austausch einzelner Elemente oder Abschleifen der ganzen Fläche sinnvoller ist.
Raumklima, Pflege und Vorbeugung
Parkett arbeitet. Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Deshalb beeinflusst das Raumklima, wie stabil dein Boden bleibt. Viele Parketthersteller empfehlen ungefähr 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit und eine normale Wohnraumtemperatur. Bei dauerhaft trockener Heizungsluft können Fugen entstehen. Bei hoher Feuchte können sich Elemente wölben.
Auch Pflegeprodukte und Lacke spielen für die Innenraumluft eine Rolle. Das Umweltbundesamt erklärt flüchtige organische Verbindungen in Innenräumen und nennt unter anderem Stoffe aus Materialien und Produkten. Verwende bei Reparaturen deshalb passende, möglichst emissionsarme Produkte und lüfte nach Lack-, Öl- oder Wachsarbeiten gut.
Vorbeugung ist nicht glamourös, spart aber Geld. Filzgleiter unter Stühlen, saubere Fußmatten, weiche Rollen für Bürostühle und regelmäßiges trockenes Entfernen von Sand schützen Parkett besser als jede Notfallreparatur. Wenn du dich tiefer mit Holzarten, Härte und Eigenschaften beschäftigen willst, findest du weitere Grundlagen in der Kategorie Holzarten. Für praktische Projekte rund um Holz lohnt auch der Blick in die Kategorie Werkstatt.
Häufige Fehler beim Parkett reparieren
- Zu nass arbeiten: Parkett wird nicht gewischt wie Fliesen. Wasser gehört nur kontrolliert und nur bei geeigneten Oberflächen an kleine Dellen.
- Falscher Glanzgrad: Ein farblich passender Lack kann trotzdem auffallen, wenn er matter oder glänzender ist als der Rest.
- Einfarbig füllen: Holz lebt von Maserung. Mehrere Farbtöne machen Reparaturen unauffälliger.
- Zu groß schleifen: Wer um eine kleine Kerbe eine große helle Fläche erzeugt, vergrößert das optische Problem.
- Trocknungszeiten ignorieren: Wachs, Öl, Lack und Paste brauchen Zeit. Frühe Belastung ruiniert saubere Arbeit.
- Herstellerangaben übergehen: Parkett, Reparatursets und Pflegemittel sind nicht beliebig kombinierbar.
Fazit: Kleine Parkettschäden clever ausbessern
Kleine Parkettschäden sind kein Grund, den gesamten Boden abzuschleifen oder einzelne Elemente sofort auszutauschen. Der richtige Start ist die Diagnose: Oberfläche, Tiefe, Materialverlust und Belastung. Feine Kratzer lassen sich oft pflegen. Dellen können bei geöltem oder gewachstem Holz teilweise aufquellen. Kerben und Löcher füllst du mit Wachs, Hartwachs oder Holzpaste. Bei lackiertem Parkett arbeitest du trocken und versiegelst die Stelle wieder sauber.
Wenn du langsam vorgehst, bleibt die Reparatur klein. Genau das ist der Trick. Nicht die härteste Methode gewinnt, sondern die passendste. So stellst du Optik und Schutz deines Parketts wieder her, ohne aus einem kleinen Schaden eine Baustelle zu machen.
FAQ: Parkett reparieren
Kann man Parkett selbst reparieren?
Ja, kleine Kratzer, Dellen, Kerben und Löcher kannst du oft selbst reparieren. Wichtig ist, dass du die Oberfläche erkennst und passende Produkte verwendest. Große Wasserschäden, lose Elemente oder stark abgenutzte Flächen gehören eher zum Fachbetrieb.
Wie bekomme ich tiefe Kratzer aus Parkett?
Tiefe Kratzer werden gereinigt, farblich angepasst und mit Wachs, Hartwachs oder Holzpaste gefüllt. Bei lackiertem Parkett muss die Stelle danach mit Reparaturlack versiegelt werden. Bei geöltem Parkett folgt eine Nachbehandlung mit passendem Öl.
Kann man Dellen im Parkett mit Wasser entfernen?
Nur bei geeigneten geölten oder gewachsten Holzböden und nur sehr sparsam. Die Feuchtigkeit kann zusammengedrückte Holzfasern anheben. Bei lackiertem Parkett ist diese Methode riskant, weil Wasser unter die beschädigte Lackschicht laufen kann.
Was ist besser: Weichwachs oder Hartwachs?
Weichwachs reicht für kleine, wenig belastete Kerben. Hartwachs ist fester und eignet sich besser für größere Fehlstellen oder Bereiche, die stärker beansprucht werden. Für tiefe Löcher kann zusätzlich Holzpaste sinnvoll sein.
Wann muss Parkett abgeschliffen werden?
Abschleifen ist sinnvoll, wenn die Oberfläche großflächig abgenutzt, vergraut, zerkratzt oder ungleichmäßig ist. Einzelne kleine Schäden lassen sich meist punktuell reparieren. Bei Fertigparkett entscheidet die Stärke der Nutzschicht, ob Schleifen überhaupt möglich ist.
