Welche Holzarten stecken in Europaletten?

Europaletten bestehen nicht aus einer einzigen Holzart. Für ihre Herstellung dürfen verschiedene Nadel- und Laubhölzer verwendet werden. In der Praxis kommen häufig gut verfügbare Arten wie Fichte, Kiefer oder Birke zum Einsatz. Auch Buche, Eiche, Lärche, Pappel und weitere Hölzer sind grundsätzlich zugelassen.

Welche Holzart tatsächlich in einer Palette steckt, hängt von Herkunft, Verfügbarkeit, Preis und Bauteil ab. Ein Hersteller kann innerhalb einer Europalette sogar mehrere geeignete Hölzer kombinieren. Trotzdem muss jede fertige Palette dieselben technischen Anforderungen erfüllen. Genau das macht den offenen Palettentausch möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Europalette kann aus unterschiedlichen zugelassenen Nadel- und Laubhölzern bestehen.
  • Zu den bekannten Palettenhölzern zählen Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche, Birke, Buche und Eiche.
  • Die Holzart allein entscheidet nicht über die Tragfähigkeit. Konstruktion, Sortierung, Feuchte und unbeschädigte Bauteile sind ebenso relevant.
  • Neue EPAL-Europaletten besitzen elf Bretter, neun Klötze und 78 Nägel.
  • Das Holz darf bei der Herstellung keine Spuren von Holzschutzmitteln, aktiven Insektenbefall oder holzzerstörende Fäulnis aufweisen.
  • Die Holzfeuchte darf nach dem technischen Regelwerk maximal 22 Prozent betragen.
  • Eine HT-Kennzeichnung steht für eine Wärmebehandlung. Sie sagt nicht, aus welcher Baumart die Palette besteht.
  • Beschädigte oder verschmutzte Paletten eignen sich weder für den Tauschpool noch ohne Prüfung für Möbelprojekte.

Aus welchem Holz bestehen Europaletten?

Europaletten bestehen überwiegend aus technisch geeigneten Nadel- und Laubhölzern. Häufig werden Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche oder Birke verarbeitet. Auch härtere Arten wie Buche, Eiche, Ahorn und Esche dürfen verwendet werden.

Eine pauschale Antwort wie „Jede Europalette besteht aus Fichte“ wäre daher falsch. Der EPAL-Stempel nennt weder die Baumart noch eine verbindliche Mischung. Er zeigt vielmehr, dass die Palette nach dem vorgeschriebenen Regelwerk gefertigt oder fachgerecht repariert wurde.

[Bildinhalt mit KI erstellt]

Die Konstruktion bleibt unabhängig von der konkreten Holzart standardisiert. Eine EPAL-1-Europalette misst 1.200 × 800 × 144 Millimeter. Sie besteht aus elf Brettern, neun Klötzen und 78 Nägeln. EPAL gibt eine Tragfähigkeit von 1.500 Kilogramm an. Bei gestapelten und gleichmäßig beladenen Paletten darf die unterste Palette auf einem festen, ebenen Untergrund mit höchstens 5.500 Kilogramm belastet werden.

Quelle: EPAL – technische Daten der Europalette.

Welche Holzarten sind für Europaletten zugelassen?

Für die Fertigung von Europaletten kommt eine größere Auswahl infrage, als viele vermuten. Die folgenden 17 Bezeichnungen werden regelmäßig als zugelassene Palettenhölzer aufgeführt. „Aspe“ und „Espe“ bezeichnen dabei dieselbe Baumart.

Holzart Holzgruppe Typische Eigenschaften Einordnung als Palettenholz
Fichte Nadelholz leicht, weich, gut verfügbar häufiges Verpackungs- und Konstruktionsholz
Kiefer Nadelholz harzhaltig, zäh, gut zu nageln weit verbreitetes Palettenholz
Tanne Nadelholz leicht, harzarm, gut bearbeitbar ähnliche Einsatzbereiche wie Fichte
Lärche Nadelholz vergleichsweise fest und harzreich robustes, regional verfügbares Palettenholz
Hemlock Nadelholz gleichmäßige Struktur, mäßig leicht je nach Beschaffung und Region einsetzbar
Birke Laubholz zäh, relativ fest, feinporig besonders in Nord- und Osteuropa verbreitet
Buche Laubholz hart, schwer und druckfest technisch leistungsfähig, aber schwerer
Eiche Laubholz hart, fest und gerbstoffhaltig robust, wirtschaftlich jedoch nicht immer erste Wahl
Ahorn Laubholz hart, homogen und feinporig regional als Palettenholz nutzbar
Esche Laubholz zäh und elastisch für mechanisch beanspruchte Bauteile geeignet
Erle Laubholz leicht bis mittelschwer, gut bearbeitbar regional verfügbare Alternative
Ulme Laubholz zäh und schwer spaltbar mechanisch geeignet, heute weniger verbreitet
Pappel Laubholz sehr leicht und vergleichsweise weich nur unter Beachtung bauteilbezogener Vorgaben
Aspe beziehungsweise Espe Laubholz leicht, weich und gleichmäßig für bestimmte Palettenteile eingeschränkt
Platane Laubholz fest, zäh und relativ schwer regional und mengenmäßig weniger bedeutend
Edelkastanie Laubholz fest, gerbstoffhaltig und dauerhaft technisch geeignet, regional begrenzt verfügbar
Akazie beziehungsweise Robinie Laubholz sehr hart, schwer und dauerhaft hoch belastbar, aber schwerer zu bearbeiten

Die Handelsbezeichnungen können regional abweichen. Besonders bei „Akazie“ ist Vorsicht angebracht: Im europäischen Holzhandel ist damit häufig Robinie gemeint. Wer Holzarten botanisch sauber unterscheiden möchte, findet in unserer Übersicht zu Holzarten und ihren Eigenschaften weitere Details.

Welche Holzarten werden für Europaletten besonders häufig verwendet?

Welche Hölzer in der Praxis dominieren, hängt stark vom Produktionsland ab. Hersteller nutzen bevorzugt Baumarten, die regional in ausreichender Menge verfügbar sind und sich wirtschaftlich verarbeiten lassen. Kurze Lieferwege und eine verlässliche Versorgung spielen dabei eine größere Rolle als eine bestimmte Wunschholzart.

Fichte: leicht und gut verfügbar

Fichtenholz ist vergleichsweise leicht, lässt sich zügig sägen und gut nageln. Es gehört in Mitteleuropa zu den wichtigsten Bau- und Verpackungshölzern. Die helle Farbe und deutlich sichtbaren Jahrringe sind typisch. Druckstellen entstehen bei Fichte schneller als bei schwereren Laubhölzern. Für eine normgerecht gebaute Palette ist das kein grundsätzliches Problem.

Mehr zu Gewicht, Festigkeit und Einsatzbereichen steht im Ratgeber Fichte: Eigenschaften und Verwendung.

Kiefer: zäh und harzhaltig

Kiefer ist ebenfalls weit verbreitet. Das Holz besitzt oft eine gelbliche bis rötliche Färbung und auffällige Jahresringe. Es ist meist etwas schwerer und harzhaltiger als Fichte. Seine Zähigkeit und gute Bearbeitbarkeit machen es für Bretter und andere Palettenbauteile interessant.

Die wichtigsten Unterschiede zu Fichte erklärt unser Beitrag über Kiefernholz und seine Eigenschaften.

Birke: festes Palettenholz aus Nord- und Osteuropa

Birkenholz ist dichter und härter als viele klassische Nadelhölzer. Deshalb können Paletten aus Birke spürbar schwerer ausfallen. Das Holz ist hell, meist fein strukturiert und mechanisch belastbar. Es wird vor allem dort eingesetzt, wo Birkenbestände wirtschaftlich verfügbar sind.

Buche und Eiche: hart, aber nicht automatisch besser

Buche und Eiche besitzen eine hohe Rohdichte. Sie sind hart, fest und widerstandsfähig gegen Druckstellen. Das klingt zunächst ideal. Im Palettenbau zählt jedoch nicht nur maximale Härte. Gewicht, Trocknung, Nagelbarkeit, Materialpreis und Verfügbarkeit müssen ebenfalls passen.

Eine Palette aus schwerem Laubholz ist daher nicht automatisch tragfähiger als eine normgerecht gefertigte Nadelholzpalette. Die vorgeschriebene Konstruktion und der Zustand der Bauteile bleiben maßgeblich.

Pappel und Espe: leicht, aber nicht universell einsetzbar

Pappel und Espe wachsen schnell und liefern leichtes Holz. Wegen ihrer geringeren Festigkeit gelten für bestimmte Bauteile Einschränkungen. Vor allem hoch beanspruchte Quer- oder Haltebretter benötigen Holz mit ausreichender mechanischer Leistungsfähigkeit.

Das zeigt einen wichtigen Punkt: Die Zulassung einer Holzart bedeutet nicht automatisch, dass sie für jedes einzelne Bauteil der Palette geeignet ist.

Welche Anforderungen muss das Holz einer Europalette erfüllen?

Bei einer echten Europalette reicht es nicht, passende Bretter auf die richtigen Maße zuzuschneiden. Das eingesetzte Holz muss definierte Gütemerkmale erfüllen. Nur so entsteht ein Ladungsträger, der im Lager, auf Förderanlagen und während des Transports zuverlässig funktioniert.

Nach dem UIC-Merkblatt müssen die Bauteile unter anderem folgende Bedingungen erfüllen:

  • Das Holz muss frei von Spuren chemischer Holzschutzmittel sein.
  • Fäulnis, Schwamm, Schimmel im Sinne eines schädlichen Befalls und Trockenfäule sind unzulässig.
  • Aktiver Insektenbefall darf nicht vorhanden sein.
  • Die verwendeten Bretter müssen jeweils aus einem Stück bestehen.
  • Rindeneinschlüsse und unzulässige Baumkanten sind ausgeschlossen.
  • Die Palettenbretter müssen festgelegte Abmessungen und Toleranzen einhalten.
  • Die Nagelanordnung muss dem vorgeschriebenen Nagelbild entsprechen.

Auch die Oberfläche folgt funktionalen Vorgaben. Die Bretter sind typischerweise sägerau. Das erhöht die Reibung zwischen Palette und Ladung. Außenkanten und bestimmte Bodenbretter erhalten Fasen. Dadurch lassen sich Hubwagen und Gabelstapler leichter einführen.

Technische Grundlage: UIC-Merkblatt 435-2 zur Europalette.

Warum darf die Holzfeuchte höchstens 22 Prozent betragen?

Frisch geschlagenes Holz enthält viel Wasser. Würde man daraus sofort eine Palette bauen, könnte sie während der späteren Trocknung stark schwinden, reißen oder sich verziehen. Auch Nagelverbindungen können sich lockern. Deshalb begrenzt das technische Regelwerk die Holzfeuchte bei der Herstellung beziehungsweise Auslieferung.

Die zulässige Holzfeuchte der eingesetzten Palettenbretter liegt bei maximal 22 Prozent.

Diese Grenze verbessert die Maßhaltigkeit und senkt das Risiko eines holzzerstörenden Pilzbefalls. Sie garantiert allerdings nicht, dass eine Palette dauerhaft trocken bleibt. Regen, Kondenswasser oder eine feuchte Lagerhalle können das Holz später erneut befeuchten.

Für die Praxis bedeutet das:

  1. Paletten nicht direkt auf dauerhaft feuchten Böden lagern.
  2. Regenwasser ablaufen lassen und stehende Nässe vermeiden.
  3. Zwischen Palette, Wand und Boden genügend Luft lassen.
  4. Nasse Paletten vor einer Nutzung im Innenraum vollständig trocknen.
  5. Bei muffigem Geruch, weichen Stellen oder sichtbarem Pilzwachstum genauer prüfen.

EPAL Deutschland bestätigt die maximale Holzfeuchte von 22 Prozent und weist darauf hin, dass eine spätere Wiederbefeuchtung bei Transport oder Lagerung möglich bleibt. Quelle: EPAL Deutschland – Untersuchung zu Bläuepilzen und Palettenholz.

Was bedeuten HT-, IPPC- und EPAL-Kennzeichnung?

Die Stempel einer Europalette werden häufig falsch interpretiert. Besonders das Kürzel HT sorgt für Verwirrung. Es beschreibt keine Holzart und auch keine allgemeine Qualitätsklasse.

HT steht für eine Wärmebehandlung

HT bedeutet „Heat Treatment“. Das Holz wurde im Rahmen des Pflanzenschutzstandards ISPM 15 wärmebehandelt. Dabei muss im Holzkern für mindestens 30 Minuten eine Temperatur von 56 Grad Celsius erreicht werden. Ziel ist es, relevante Holzschädlinge abzutöten und ihre Verschleppung über Ländergrenzen zu verhindern.

Die Behandlung erfolgt ohne einen klassischen chemischen Holzschutzanstrich. Trotzdem beweist ein HT-Stempel nicht, dass eine gebrauchte Palette später niemals mit problematischen Stoffen in Berührung gekommen ist.

IPPC-Markierung für den internationalen Warenverkehr

Die IPPC-Markierung enthält normalerweise einen Ländercode, eine Registriernummer und die Behandlungsmethode. Seit dem 1. Januar 2010 ist der entsprechende Einbrand bei neu hergestellten EPAL-Paletten Pflicht.

EPAL-Stempel kennzeichnet das Palettensystem

Der ovale EPAL-Einbrand befindet sich auf den Eckklötzen. Weitere Angaben können Herstellungsland, Lizenznummer, Produktionsjahr und Produktionsmonat umfassen. Eine reparierte EPAL-Palette trägt einen Reparaturkennzeichnungsnagel.

Die Markierung hilft bei der Rückverfolgbarkeit. Sie verrät jedoch nicht, ob die Palette aus Fichte, Kiefer, Birke oder einer Mischung mehrerer Holzarten besteht.

Merksatz: HT beschreibt die Behandlung. EPAL beschreibt das lizenzierte Palettensystem. Keines der beiden Zeichen nennt die Baumart.

Kann man die Holzart einer Europalette erkennen?

Mit etwas Erfahrung lässt sich die Holzart manchmal eingrenzen. Eine sichere Bestimmung bleibt bei rauem, verschmutztem oder vergrautem Palettenholz jedoch schwierig. Hinzu kommt, dass verschiedene Bauteile aus unterschiedlichen Hölzern bestehen können.

Diese Merkmale liefern erste Hinweise:

Merkmal Mögliche Einordnung Warum die Bestimmung unsicher bleibt
Sehr helles, leichtes Holz Fichte, Tanne, Pappel oder Espe Vergrauung und Trocknung verändern die Farbe
Gelbliche bis rötliche Färbung Kiefer oder Lärche Alter, Harz und Verschmutzung verfälschen den Eindruck
Feine, ruhige Struktur Birke, Buche oder Ahorn Sägeraue Oberflächen verdecken Poren und Maserung
Markante grobe Poren Eiche, Esche oder Ulme Kleine Palettenquerschnitte zeigen nur wenige Merkmale
Hohes Gewicht dichtes Laubholz oder feuchte Palette Feuchtigkeit beeinflusst das Gewicht erheblich
Harzaustritt Kiefer, Lärche oder anderes harzhaltiges Nadelholz Harz allein erlaubt keine eindeutige Artbestimmung

Für den normalen Paletteneinsatz ist die exakte Baumart meist zweitrangig. Bei einem Möbelprojekt kann sie dagegen relevant werden. Unterschiedliche Hölzer nehmen Öl, Lasur und Beize verschieden auf. Auch Härte, Splitterneigung und Gewicht variieren.

Bestimmt die Holzart die Tragfähigkeit der Europalette?

Die Holzart beeinflusst Rohdichte, Festigkeit, Gewicht und Bearbeitbarkeit. Sie ist aber nur ein Teil des Systems. Für die tatsächliche Belastbarkeit einer Europalette zählen mehrere Faktoren gleichzeitig:

  • Qualität und Sortierung des Holzes
  • Faserverlauf und Astigkeit
  • Feuchtegehalt
  • Abmessungen der Bretter und Klötze
  • vorgeschriebenes Nagelbild
  • Zustand aller Bauteile
  • Art und Verteilung der Ladung
  • Auflage auf Regal, Gabel oder Boden

Das UIC-Merkblatt unterscheidet deshalb zwischen verschiedenen Lastsituationen. Bei beliebig auf der Oberfläche verteilter Last wird eine Nennlast von 1.000 Kilogramm genannt. Bei gleichmäßig verteilter Last sind 1.500 Kilogramm vorgesehen. Liegt eine kompakte Last gleichmäßig und vollflächig auf, können nach dem Merkblatt bis zu 2.000 Kilogramm möglich sein.

EPAL gibt für die aktuelle EPAL-1-Europalette eine Tragfähigkeit von 1.500 Kilogramm an. Für Anwender ist diese offizielle Herstellerangabe der klare Orientierungswert.

Eine alte, morsche oder gebrochene Palette erreicht diese Belastbarkeit nicht mehr. Ein EPAL-Stempel ist kein Freifahrtschein für beschädigtes Holz.

Bläue, Schimmel und Fäulnis richtig unterscheiden

Dunkle oder bläuliche Flecken lösen bei gebrauchten Europaletten schnell Alarm aus. Nicht jede Verfärbung ist jedoch Schimmel oder Fäulnis.

Bläuepilze verfärben das Holz

Bläuepilze können Holz blau, grau oder dunkel verfärben. Sie bauen die tragende Zellstruktur nicht auf dieselbe Weise ab wie holzzerstörende Pilze. Eine im Auftrag von EPAL Deutschland durchgeführte Untersuchung des Instituts für Holztechnologie Dresden fand bei getesteten Palettenbrettern keine signifikante Verringerung der Festigkeit durch Bläue.

Die Studie ersetzt dennoch keine Sichtprüfung der konkreten Palette. Flecken können unterschiedliche Ursachen haben.

Schimmel sitzt häufig auf der Oberfläche

Schimmel kann pelzig, pudrig oder fleckig erscheinen. Er tritt bei längerer Feuchte und schlechter Belüftung auf. Für Möbel in Wohnräumen würde ich sichtbar verschimmeltes Palettenholz nicht verwenden. Oberflächliches Abschleifen löst nicht automatisch jedes hygienische Problem.

Fäulnis schwächt das Holz

Fäulnis ist ein klares Ausschlusskriterium. Weiche Stellen, Würfelbruch, tiefe Risse, Substanzverlust oder ein modriger Geruch deuten auf ernsthafte Schäden hin. Solche Paletten gehören weder unter schwere Lasten noch ins Wohnzimmer.

Nicht tauschfähig sind EPAL-Paletten unter anderem, wenn:

  • ein Brett oder ein Klotz fehlt,
  • ein Brett quer oder schräg gebrochen ist,
  • ein Klotz so gespalten ist, dass mehr als ein Nagelschaft sichtbar wird,
  • starke Absplitterungen vorliegen,
  • Bauteile morsch oder faul sind,
  • die Verschmutzung das Ladegut verunreinigen könnte,
  • offensichtlich unzulässige Bauteile eingebaut wurden.

Eine offizielle Reparatur darf nur durch einen entsprechend lizenzierten Reparaturbetrieb erfolgen. Mehr Informationen bietet EPAL unter Tauschkriterien und Reparaturbestimmungen.

Welche Europaletten eignen sich für Möbel und DIY-Projekte?

Palettenmöbel sehen unkompliziert aus. Ganz so sorglos sollte man an das Material aber nicht herangehen. Eine echte EPAL-Kennzeichnung und ein HT-Stempel sind gute Anhaltspunkte. Sie ersetzen keine Prüfung der bisherigen Nutzung.

Niemand erkennt am Holz, ob auf einer gebrauchten Palette zuvor Farbe, Schmierstoffe, Reinigungsmittel oder andere problematische Güter ausgelaufen sind. Gerade für Bettgestelle, Sofas, Kindermöbel, Esstische und Küchenprojekte zählt deshalb nicht nur die Holzart.

Checkliste vor der Verarbeitung

  1. Herkunft klären: Paletten aus nachvollziehbaren Warenströmen bevorzugen.
  2. Geruch prüfen: Chemischer, öliger oder stark muffiger Geruch ist ein Ausschlussgrund.
  3. Flecken bewerten: Ölspuren, unbekannte Flüssigkeiten und tief eingezogene Verfärbungen nicht ignorieren.
  4. Holz untersuchen: Keine Fäulnis, weichen Stellen, aktiven Fraßspuren oder massiven Risse verwenden.
  5. Markierungen lesen: HT- und IPPC-Zeichen prüfen. Unklare Behandlungscodes sorgfältig einordnen.
  6. Nägel sichern: Hervorstehende oder gelockerte Nägel entfernen beziehungsweise ersetzen.
  7. Oberfläche bearbeiten: Splitter und scharfe Kanten gründlich schleifen.
  8. Staub absaugen: Beim Schleifen Atemschutz und Absaugung verwenden.
  9. Geeignete Oberfläche wählen: Für Innenmöbel emissionsarme, für den vorgesehenen Einsatz freigegebene Produkte nutzen.

Weitere Anleitungen für den sicheren Umgang mit gebrauchten Hölzern findest du in unserer Kategorie Holzpflege und Holzschutz. Ideen für eigene Konstruktionen stehen unter Holzprojekte für Heimwerker.

Praxisempfehlung: Für Möbel mit engem Hautkontakt oder für Kinderzimmer sind neue, unbehandelte Bretter aus nachvollziehbarer Herkunft oft die bessere Wahl. Der Materialpreis liegt höher, die Vorgeschichte ist dafür bekannt.

Warum wiegen Europaletten unterschiedlich viel?

EPAL nennt für die Europalette ein ungefähres Gewicht von 25 Kilogramm. In der Praxis schwankt der Wert. Eine trockene Palette aus leichtem Nadelholz wiegt weniger als eine feuchte Palette mit hohem Anteil dichter Laubhölzer.

Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:

  • verwendete Holzart oder Holzmischung,
  • aktuelle Holzfeuchte,
  • Vollholz- oder Pressklötze,
  • Harzgehalt,
  • Verschmutzungen und anhaftendes Material,
  • Reparaturteile.

Ein hohes Gewicht beweist deshalb nicht, dass eine Palette aus Buche oder Eiche besteht. Schon eine feuchte Fichtenpalette kann deutlich schwerer sein als im trockenen Zustand.

Warum unterschiedliche Holzarten den Palettenpool stabil halten

Die Zulassung mehrerer Holzarten hat einen praktischen Vorteil: Produzenten müssen nicht europaweit dieselbe Baumart beschaffen. Sie können regional verfügbare Hölzer einsetzen, solange Material und Fertigung das technische Regelwerk erfüllen.

Das macht die Lieferkette robuster. Gleichzeitig bleiben Abmessungen, Aufnahmeöffnungen und wesentliche Leistungsmerkmale standardisiert. Eine Palette aus Kiefer kann dadurch im selben Tauschsystem zirkulieren wie eine Palette aus Fichte oder Birke.

Der eigentliche Nachhaltigkeitsvorteil entsteht vor allem durch die Mehrfachnutzung. Beschädigte Paletten können von lizenzierten Betrieben repariert und erneut eingesetzt werden. Erst wenn eine sichere Reparatur nicht mehr möglich oder wirtschaftlich sinnvoll ist, endet der Umlauf.

EPAL gibt an, dass weltweit mehr als 650 Millionen EPAL-Paletten im Umlauf sind. Dieses große Mehrwegsystem funktioniert nur, weil sich Hersteller und Reparaturbetriebe an gemeinsame technische Vorgaben halten.

Verwendete Fachquellen

Fazit: Eine Europalette kann aus vielen Holzarten bestehen

Europaletten bestehen nicht automatisch aus Fichte oder Kiefer. Für ihre Fertigung ist eine breite Auswahl an Nadel- und Laubhölzern zugelassen. Dazu gehören auch Birke, Buche, Eiche, Esche, Pappel, Lärche und weitere Arten. Häufig entscheidet die regionale Verfügbarkeit, welches Holz ein Hersteller verarbeitet.

Für die Sicherheit ist die konkrete Baumart nur ein Baustein. Ebenso wichtig sind Holzqualität, Feuchte, Abmessungen, Vernagelung, Behandlung und der aktuelle Zustand der Palette. Eine normgerecht produzierte und unbeschädigte Palette erfüllt ihre Aufgabe unabhängig davon, ob ihre Bretter aus Kiefer, Fichte oder einer zulässigen Kombination bestehen.

Bei DIY-Projekten zählt noch etwas anderes: die Vorgeschichte. Ein HT-Stempel ist hilfreich, schließt spätere Verunreinigungen aber nicht aus. Für Möbel sollten deshalb nur saubere, trockene, geruchsfreie und nachvollziehbar genutzte Paletten verarbeitet werden.

FAQ zu Holzarten von Europaletten

Aus welchem Holz bestehen Europaletten am häufigsten?

Häufig kommen gut verfügbare Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer und Tanne zum Einsatz. Auch Birke ist in einigen europäischen Regionen verbreitet. Eine Europalette kann mehrere zugelassene Holzarten enthalten.

Wie viele Holzarten sind für Europaletten zugelassen?

Regelmäßig werden 17 zugelassene Holzarten genannt. Dazu zählen Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche und Hemlock sowie verschiedene Laubhölzer. Für einzelne Bauteile können zusätzliche Einschränkungen gelten.

Bestehen die Klötze einer Europalette immer aus Hartholz?

Nein. Die Klötze können aus geeignetem Vollholz oder zugelassenen Holzwerkstoffen bestehen. Aus dem Gewicht oder Aussehen eines Klotzes lässt sich die Holzart nicht zuverlässig bestimmen.

Sind Europaletten chemisch behandelt?

Neue EPAL-Europaletten werden nach ISPM 15 wärmebehandelt und tragen die Kennzeichnung HT. Das ist keine chemische Begasung. Bei gebrauchten Paletten bleibt trotzdem zu prüfen, ob sie später mit unbekannten Stoffen verunreinigt wurden.

Was bedeutet HT auf einer Europalette?

HT steht für „Heat Treatment“ und bezeichnet eine Wärmebehandlung des Holzes. Dabei wird eine vorgeschriebene Temperatur im Holzkern erreicht, um Holzschädlinge abzutöten. Das Kürzel enthält keine Information über die verwendete Baumart.

Darf man jede Europalette für Möbel verwenden?

Nein. Stark verschmutzte, muffig riechende, verschimmelte, morsche oder unbekannt belastete Paletten sollten nicht in Wohnräumen verarbeitet werden. Für Möbel eignen sich saubere, trockene und nachvollziehbar genutzte Paletten ohne strukturelle Schäden.

Wie hoch darf die Holzfeuchte einer neuen Europalette sein?

Das Palettenholz darf nach dem technischen Regelwerk maximal 22 Prozent Holzfeuchte aufweisen. Eine gebrauchte Palette kann durch Regen oder feuchte Lagerung später wieder mehr Wasser aufnehmen. Vor der Verarbeitung sollte sie daher vollständig trocknen.

Kann man Fichten- und Kiefernholz bei einer Palette unterscheiden?

Eine grobe Einordnung ist anhand von Farbe, Harz, Jahresringen und Gewicht möglich. Bei sägerauem, vergrautem oder verschmutztem Palettenholz bleibt die Bestimmung jedoch unsicher. Außerdem können innerhalb einer Palette mehrere Holzarten verbaut sein.

Sind blaue Flecken auf Palettenholz gefährlich?

Blaue oder graue Verfärbungen können durch Bläuepilze entstehen. Diese verändern vor allem das Aussehen und schwächen das Holz nicht zwangsläufig. Sichtbarer Schimmel, Fäulnis, weiche Stellen oder ein muffiger Geruch müssen davon getrennt bewertet werden.

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